Im Streit um die Zulässigkeit von Prominenten-Berichten haben die Verlage Bauer und Burda vor dem Bundesverfassungsgericht einen Teilerfolg errungen. Die Karlsruher Richter haben entschieden, dass Prominente auch Berichte dulden müssen, die sich wertend mit ihrem Verhalten in der Öffentlichkeit auseinandersetzen. Die Grenze sei jedoch bei Berichten überschritten, die in die Privat- oder Intimsphäre eindrängen oder ehrverletzend seien.

Die Richter gaben damit den Verlagen Bauer Media Group und Herbert Burda Media recht, die von der Tochter der monegassischen Prinzessin Caroline von Hannover , Charlotte Casiraghi, wegen Presseberichten erfolgreich verklagt worden waren.

Auch Mutter Caroline klagt oft gegen Wort- und Bildberichte deutscher Medien – häufig mit Erfolg. 2004 legte der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte auf eine ihrer Klagen hin deutschen Verlagen erhebliche Einschränkungen bei der Berichterstattung über Prominente auf. Das Straßburger Gericht war damit weiter gegangen als das Bundesverfassungsgericht.

Im vorliegenden Fall hatte sich Charlotte gegen Berichte in den Illustrierten Neue Post und Bunte von 2007 über ihre Teilnahme an Veranstaltungen wie einer französischen Aids-Gala oder den Pariser Modewochen gewehrt. In einem Artikel wird sie als "Monacos schönste Rose" vorgestellt, die sich seit Kurzem auf "gesellschaftlichem Parkett" bewege. Ein anderer Bericht stellt sie als Angehörige des "neuen 1-A-Goldrand-Jetsets" vor, die die "Schönheit, Grazie, Faszination" ihrer Mutter habe. Charlotte klagte dagegen erfolgreich beim Berliner Land- und Kammergericht.

Anders als die Vorinstanzen stufte das Verfassungsgericht jedoch die Meinungs- und Pressefreiheit der Verlage bei der Wortberichterstattung höher ein als das Persönlichkeitsrecht der Klägerin. Die Berichte befassten sich der Teilnahme Charlottes an öffentlichen Veranstaltungen und kommentierten das dort gezeigte Verhalten der Prinzessin, hieß es. Dies könne die Klägerin nicht verhindern, da es sich um Veranstaltungen gehandelt habe, die gerade auf möglichst breite mediale Wirkung gezielt hätten und die Kommentare nicht herabwürdigend gewesen seien. Das Persönlichkeitsrecht schütze Prominente nicht generell vor Berichterstattung.

Die Richter schlossen sich dagegen den Vorinstanzen an, was die Veröffentlichung eines Bildes Charlottes auf dem Titelblatt der Neuen Post mit der Überschrift: "Schockierende Bilder" anging. Für dies Titelblatt gebe es keine Rechtfertigung, befanden die Richter.