Loki Schmidt, Ehefrau des ehemaligen Bundeskanzlers und ZEIT-Herausgebers Helmut Schmidt, ist in der Nacht zum Donnerstag in ihrem Haus in Hamburg gestorben. Die Ehrenbürgerin der Freien und Hansestadt Hamburg wurde 91 Jahre alt.

Hamburgs Erster Bürgermeister Christoph Ahlhaus würdigte die Verstorbene: "Ich habe die Nachricht vom Tode unserer Ehrenbürgerin Loki Schmidt mit großer Trauer und Betroffenheit aufgenommen. Mit ihrem eindrucksvollen Wirken und ihrer Persönlichkeit hat sie die Menschen stets besonders beeindruckt: unaufgeregt, geradlinig, mit einem klaren Blick auf die Menschen und das Leben. So hat Loki Schmidt in unvergesslicher Weise den hanseatischen Charakter verkörpert. Auch als Ehefrau von Bundeskanzler a.D. Helmut Schmidt hat sich Loki Schmidt große Verdienste um unser Land erworben."

Der Präsident der Hamburgischen Bürgerschaft Dr. Lutz Mohaupt sagte: "Ich bin sehr traurig. Loki Schmidt habe ich als eine offenherzige, starke Frau kennen- und schätzen gelernt. Sie ist uns allen so sehr ans Herz gewachsen, dass wir sie unendlich vermissen werden. In dieser schweren Stunde gilt mein Mitgefühl Helmut Schmidt, der nun allein zurückbleibt. Ich wünsche ihm, dass ihm und seiner gesamten Familie in diesem Augenblick viel Kraft geschenkt wird."

Geboren wurde Loki Schmidt als Hannelore Glaser am 3. März 1919 in Hammerbrock. Schon zu Schulzeiten, von 1929 an, war sie mit ihrem Mitschüler Helmut Schmidt befreundet, das Paar heiratete 1942. Nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelte die Pädagogin ein ausgeprägtes botanisches Interesse.

1976 gründete sie das Kuratorium zum Schutz gefährdeter Pflanzen, das später in eine Stiftung überführt wurde. Seit 1980 kürte sie die Blume des Jahres. Nach dem Ende der Kanzlerschaft ihres Ehemannes 1982 verstärkte sie ihren Einsatz für gefährdete Pflanzen noch und ließ sich in die Deputation der Behörde für Bezirksangelegenheiten, Naturschutz und Umweltgestaltung wählen. Sie unternahm internationale Forschungsreisen, publizierte wissenschaftliche Bücher, engagierte sich im Stiftungswesen.

Für ihre herausragenden Verdienste um den Naturschutz hat der Senat der Freien und Hansestadt Hamburg sie 1994 mit der Alfred-Töpfer-Medaille ausgezeichnet. 1999 verlieh der Senat ihr den Ehrentitel Professorin.