Die Vereinten Nationen sehen im Kampf gegen die Infektionskrankheit Aids eine anhaltende Trendwende. Vor allem in den Ländern südlich der Sahara hätten sich in den letzten Jahren weniger Menschen mit dem tödlichen Virus infiziert, erklärte das Aids-Programm der Vereinten Nationen UNAIDS in Genf.

Die Rückgänge der Neuinfektionen ließen sich jetzt schon in 33 Ländern feststellen, wo sie um rund ein Viertel gesunken seien. 22 dieser Länder befinden sich in Schwarzafrika. In Äthiopien, Nigeria, Südafrika, Sambia und Simbabwe gebe es Anzeichen von Stillständen oder Rückgängen bei den Neuinfektionen. Seit 1999, als die Krankheit ihren Höhepunkt erreicht hatte, sei die Zahl der Neuinfektionen um insgesamt 19 Prozent zurückgegangen, heißt es im Weltbericht zur Epidemie.

Allerdings seien die Neuinfektionen auch in sieben Ländern, fünf davon in Osteuropa und Zentralasien, um über 25 Prozent gestiegen. UNAIDS schätzt die Zahl Infizierten und Erkrankten weltweit auf 33,3 Millionen.

Die Versorgung der HIV-Infizierten erweist sich immer noch als schwierig. Zwar bekamen im vergangenen Jahr 1,2 Millionen Menschen eine Erstbehandlung gegen Aids. Dies entspreche einem Anstieg um 30 Prozent in nur einem Jahr. Zehn Millionen Menschen brauchen derzeit aber noch dringend eine Behandlung, schreibt UNAIDS. Von etwa 15 Millionen HIV-Infizierten in einkommensschwachen Ländern, die eine Aids-Behandlung benötigen, könne derzeit nur 5,2 Millionen geholfen werden.

In Deutschland blieb der Zahl der Neuinfektionen mit dem HI-Virus konstant. Eine Schätzung des Robert-Koch-Instituts (RKI) ermittelte, dass sich ungefähr 3000 Menschen in diesem Jahr angesteckt haben. Für Deutschland zeige die konstant hohe Zahl der Neuinfektionen, dass "Prävention und Forschung unverändert wichtig bleiben", sagte RKI-Präsident Reinhard Burger.