Starker Monsunregen habe die Bausubstanz angegriffen, sagten Behördenmitarbeiter zur Ursache des Unglücks. Das Haus steht in einem dicht besiedelten Stadtteil im Osten Neu Delhis, dem Arbeiterviertel Laxmi Nagar nahe dem Fluss Yamuna . Dort gibt es in nahezu jedem Haus neben vielen Wohnungen auch eines oder mehrere Geschäfte.

Die Nacht hindurch suchten Feuerwehrleute und Anwohner in den Trümmern, teils mit bloßen Händen, nach Verschütteten. Die indische Nachrichtenagentur PTI meldete, mehrere Menschen seien im Schutt eingeschlossen und riefen nach Hilfe.

Die meisten Bewohner waren Arbeiter, die aus den verarmten Bundesstaaten Bihar und West-Bengalen in die Hauptstadt gekommen waren. Die Polizei schätzte, dass vor dem Einsturz 200 bis 250 Menschen in dem Haus waren.

Ein Stromausfall erschwerte die Rettungsarbeiten. Zudem fehlte es an schwerem Gerät. Bagger erreichten den Unglücksort durch die engen Gassen nur schwer.

Das Gebäude sei vermutlich illegal erbaut worden, sagte eine Bevollmächtigte der Stadt. Sie warf dem Bauherrn Fahrlässigkeit vor. Ein Polizist sagte, der Besitzer sei bereits ermittelt. Die Polizei erstattete Anzeige wegen Totschlags.

Weiter hieß es, das Fundament des fünfstöckigen Gebäudes sei nur für drei Stockwerke ausgelegt gewesen. Der Bewohner Mohammad Khan, der fünf Brüder bei dem Einsturz verloren hat, sagte, das Haus habe rund 50 Zimmer gehabt. In jedem Raum hätten mindestens fünf Menschen gelebt.

Khan wartete im Krankenhaus darauf, seine getöteten Verwandten zu identifizieren. "Zwei Angehörige meiner Familie werden noch vermisst", sagte er.

Neu Delhi wird derzeit von einem der schwersten Monsunregen seit Jahrzehnten heimgesucht. Der nahe der Unglückstelle vorbeifließende Fluss Yamuna trat über die Ufer.

In der indischen Hauptstadt gibt es keine konsequente Bauaufsicht. In dem betroffenen Viertel sind viele Häuser illegal errichtet worden, oft werden minderwertige Materialien verbaut. Zudem kämpft die Baubranche mit Korruption.