Alle Passagiere und Besatzungsmitglieder des auf der Karibikinsel abgestürzten Flugzeuges sind tot, wie das offizielle kubanische Internetportal Cubadebate mitteilte. Nach Angaben der Behörden waren unter den 68 Insassen 28 Ausländer, darunter zwei Deutsche – eine Frau und ein Mann – und weitere Europäer. Die Propellermaschine war auf dem Weg von Santiago de Cuba im Osten des Landes in die Hauptstadt Havanna, als der Pilot einen Notfall meldete.

Dann brach der Kontakt zum Kontrollturm ab, schließlich stürzte die Maschine eine Stunde nach dem Start in der zentral gelegenen Region Guasimal (Provinz Sancti Spiritus) ab, etwa 360 Kilometer östlich von Havanna. Das Flugzeug ging in Flammen auf.

Rettungskräfte entdeckten schon wenig später erste Todesopfer. Auf Cubadebate waren Stunden nach dem Unglück Fotos von der Absturzstelle zu sehen (später war die Seite offenbar überlastet und nicht erreichbar). "In dem Flugzeug waren 61 Passagiere und 7 Besatzungsmitglieder, unter ihnen 40 Kubaner und 28 Ausländer", hieß es in einer Erklärung, die im Fernsehen verlesen wurde. Die Fluggäste kamen demnach aus elf verschiedenen Ländern.

Nach Angaben der Behörden flog die Unglücksmaschine vom Typ ATR-72-212 für die kubanische Fluggesellschaft Aerocaribbean SA. Gebaut hatte sie der französisch-italienische Hersteller ATR, ein Joint Venture von Alenia Aeronautica und EADS. Sie fliegt seit 1989, 74 Passagiere haben in ihr Platz.

Die Maschine war bei schlechtem Wetter gestartet . Ein Vertreter der Zivilluftfahrtbehörde sagte, eine Kommission sei eingesetzt, um die Unglücksursache zu klären. Die Behörden schlossen nicht aus, dass das Unglück etwas mit dem Tropensturm Tomas zu tun haben könnte, der am Donnerstag über Kuba gezogen war. Inzwischen entwickelte er sich zu einem Hurrikan und traf mit heftigem Regen und starkem Wind in Haiti ein. Gegen Abend wurden alle Flüge in der Region gestrichen.

Nach Santiago de Cuba reisen viele Touristen, vor allem wegen der Nähe zu den Bergen der Sierra Maestra, dem Rückzugsgebiet der früheren Guerilla von Revolutionsführer Fidel Castro Ende der fünfziger Jahre.

Zuletzt war im März 2002 ein Flugzeug in Kuba abgestürzt. Beim Absturz der Antonow-Maschine im Zentrum des Landes kamen 16 Menschen ums Leben, darunter zwei Deutsche. In Havanna war 1989 ein Iljuschin-Flugzeug kurz nach dem Start Richtung Mailand abgestürzt. Unter den 115 Todesopfern waren 113 Italiener.

ATR ist der weltgrößte Hersteller von Turboprop-Regionalflugzeugen und gehört je zur Hälfte dem Airbus Konzern EADS und der italienischen Alenia Aeronautica. Die 1982 gegründete Airline Aerocaribbean hat ihren Sitz in Havanna und ist ein staatliches Unternehmen.