Innenminister Thomas de Maizière (CDU) sagte am Donnerstagabend im ZDF, die Sicherheitsbehörden rechneten mit verschiedenen möglichen Anschlagsplanungen. "Die, auf die wir uns im Wesentlichen vorbereiten, ist, dass Terroristen von außen in das Land kommen und bald nach Ankunft ohne Vorwarnung in einem Gebäude oder in einem sichtbaren Platz einen Anschlag begehen, wissend, dass sie das im Zweifelsfall nicht überleben werden", sagte der Minister. Dies sei ein ähnliches Szenario wie bei den Terroranschlägen von Mumbai .

In der indischen Wirtschaftsmetropole hatten mehrere Gruppen von Attentätern im November 2008 ein Luxushotel, ein Krankenhaus, den Hauptbahnhof und eine jüdische Einrichtung gestürmt und wahllos das Feuer eröffnet. Rund 170 Menschen starben. Der Innenminister hatte vor zwei Tagen vor unmittelbar bevorstehenden Terrorangriffen gewarnt . Es gebe "sehr konkrete Spuren und Ermittlungsansätze", denen zufolge "Ende November mit Anschlagsversuchen in den USA und Europa" zu rechnen sei. Sicherheitskräfte von Landes- und Bundespolizei sichern seither in ganz Deutschland exponierte Plätze wie Flughäfen und Bahnhöfe mit verstärkten Kräften und zusätzlicher Bewaffnung. Außerdem seien Maßnahmen eingeleitet worden, die für die Bürger nicht sichtbar seien, teilte das Bundesinnenministerium mit.

De Maizière sagte, die Sicherheitsbehörden stützten sich in ihrer Annahme auf eigene Erkenntnisse und Hinweise befreundeter ausländischer Behörden. Es gebe Hinweise auf einen geplanten Anschlagszeitpunkt in diesem Monat. Das in Medien genannte Datum 22. November bestätigte er nicht.

Innenpolitiker verschiedener Parteien forderten unterdessen eine Wiedereinführung der umstrittenen Vorratsdatenspeicherung, die vom Bundesverfassungsgericht im Frühjahr gekippt worden war. Justizministerin Leutheusser-Schnarrenberger lehnt dies allerdings ab .