Stefan Mappus sagte in Stuttgart, Vermittler Heiner Geißler werde womöglich Dinge vorschlagen, "die deutlich mehr Geld kosten werden am Ende des Tages". Welche Vorschläge das konkret sein könnten, sagte Mappus nicht. Im Gespräch ist unter anderem ein zweites Gleis zur Anbindung des Fildertunnels an den neuen ICE-Halt am Flughafen.

Mappus sagte aber auch, ein Kompromiss ändere nichts daran, dass Bahn, Land und Stadt das bislang 4,1 Milliarden Euro teure Bahnprojekt verwirklichen würden. Er zeigte sich überzeugt, dass diejenigen, die an einem Kompromiss interessiert sind, das Ergebnis der Schlichtung als "nicht so schlecht" beurteilen würden. "Diejenigen, die Stuttgart 21 plattmachen wollen, die werden, vermute ich, von dem Ergebnis nicht grenzenlos begeistert sein", sagte der Regierungschef.

Er bekräftigte, dass er einem Volksentscheid – auch wenn Geißler ihn vorschlagen würde – nicht zustimmen würde. Er hielte es für "abenteuerlich", wenn er das Votum führender Juristen, die einen Volksentscheid für rechtlich unzulässig halten, umgehen würde.

Die Kritiker des Tiefbahnhofs hätten bei der jüngsten Schlichtungsrunde keinen Gegenvorschlag gehabt, monierte Mappus. "Wer den letzten Donnerstag verfolgt hat, der konnte doch sehen, dass die Gegner von Stuttgart 21 kein Alternativkonzept haben." Es reiche nicht aus, zu sagen, das Projekt sei zu teuer. Eine Alternative könne allenfalls sein: "Wir machen das Projekt, aber nicht so."