Die in Namibia gefundene mutmaßliche Paketbombe könnte eine Attrappe gewesen sein. Das ZDF und der US-Sender CNN berichteten, das vor einem Air-Berlin-Flug nach Deutschland entdeckte Gepäckstück habe keinen Sprengsatz enthalten. Es handele sich offensichtlich um einen sogenannten Dummy, den Sicherheitsbehörden für Testläufe verwenden, meldete das heute journal unter Berufung auf US-Sicherheitsbeamte. Deutsche Behörden sollen demnach aber nicht beteiligt gewesen sein. CNN zufolge hat auch Air Berlin bestätigt, dass die verdächtige Computertasche keinen Sprengstoff enthielt.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) äußerte sich im ZDF zurückhaltend zu dem Paket. Befragt nach Angaben, wonach es sich um eine Sprengsatz-Attrappe handelt, wie sie die Amerikaner zu Testzwecken benutzen, sagte der Minister, er wolle auf die Auskünfte seiner Sicherheitsexperten warten. Das Bundeskriminalamt hat Experten nach Namibia entsandt.

Wegen des Bombenverdachts war die Maschine von Windhuk nach München mehrfach kontrolliert worden und mit Stunden Verspätung abgeflogen. Angaben des Bundeskriminalamts zufolge hatte die namibische Polizei zuvor eine verdächtige Laptop-Tasche aus dem Verkehr gezogen, die in das Flugzeug verladen werden sollte. Beim anschließenden Durchleuchten des Gepäckstücks seien Batterien sichtbar geworden, die über Kabel mit einem Zünder und einer laufenden Uhr verbunden gewesen seien.