Die europäische Flugsicherheitsagentur EASA hat bereits vor drei Monaten die Rolls-Royce-Triebwerke für den Airbus A380 kritisiert. Einige Teile im Inneren der Turbine könnten schneller abnutzen und sich dann lösen, berichtete die Süddeutsche Zeitung unter Berufung auf eine im August veröffentlichte "Lufttüchtigkeitsdirektive" der EASA. Die Behörde forderte den Hersteller auf, die Trent 900-Triebwerke genauer zu überprüfen. "So etwas ist aber ein ganz normaler Routinevorgang", sagte ein EASA-Sprecher. "Zum jetzigen Zeitpunkt sehen wir keinen Zusammenhang zu dem Vorfall in Singapur."

Dort war eine voll besetzte A380 nach einem schweren Triebwerkschaden notgelandet . Die EASA habe eigene Experten für Untersuchungen nach Singapur geschickt, sagte der Sprecher. Die Behörde bespreche den Fall mit allen Beteiligten, darunter den Flugzeug- und Triebwerksherstellern, der Fluggesellschaft und örtlichen Behörden.

Rolls Royce hat nach der Notlandung des Airbus die Überprüfung aller Triebwerke des gleichen Typs angekündigt. "Die Gruppe fühlt sich verantwortlich zu empfehlen, dass einige grundlegende Kontrollen durchgeführt werden", hieß es in einer Mitteilung von Rolls Royce. Die Serie der bisher eingesetzten Triebwerke mit dem Namen Trent 900, die bei dem Unglücks-Airbus eingebaut waren, sei klein und relativ neu.

Nach Angaben des Senders BBC werden die Triebwerke gleichen Typs von Qantas, Singapore Airlines und Lufthansa genutzt.

Rolls Royce versicherte, eng mit seinen Kunden zusammenzuarbeiten, während die Untersuchung des Triebwerkausfalls weitergehe. "Diese ist jedoch noch in einem sehr frühen Stadium und es wäre unangebracht, zum jetzigen Zeitpunkt schon Rückschlüsse zu ziehen", hieß es in der Mitteilung.

Das Flugzeug mit 466 Menschen an Bord war in Singapur notgelandet, nachdem es in knapp 2000 Metern Höhe Teile der Triebwerksverkleidung verloren hatte. Qantas vermutet Material- oder Konstruktionsfehler als Ursache.