Mehrere Wochen war der Mann rund um die Uhr observiert worden, an diesem Vormittag wurde er schließlich in seiner Wohnung im saarländischen Neunkirchen festgenommen. Aufmerksam wurden die Ermittler auf den Kameruner durch Videos im Internet, in denen er mit Anschlägen gedroht hatte. Damit wollte er erreichen, dass Daniel S. freigelassen wird, eines der verurteilten und im Saarland inhaftierten Mitglieder der sogenannten Sauerland-Terrorgruppe .

Insgesamt handelt es sich um drei Videos, die alle Mitte Oktober auf der Internetplattform YouTube eingestellt worden waren. Bis Ende November, so die Forderung, sollte S. aus dem Gefängnis entlassen und nach Afghanistan ausgeliefert werden. Sollten die Behörden dieser Forderung nicht nachkommen, werde es Bombenanschläge in Deutschland geben, hieß es in den Videobotschaften.

Nach Angaben des zuständigen Saarbrücker Staatsanwalts Bernd Meiners habe der Mann Bombenanschläge fest vorgehabt und sich dazu im Internet Anleitungen zum Bombenbau geholt. Meiners und der Leiter des Landeskriminalamtes, Franz Josef Biesel, betonten, es handele sich den bisherigen Ermittlungen zufolge um einen "Einzeltäter". Er habe kein Netz zur Terrororganisation al-Qaida knüpfen können. "Er kannte Daniel S. nicht persönlich. Aber er ist für ihn ein großes Vorbild", sagte Helmut Albers vom Landesamt für Verfassungsschutz.

Der aus Neunkirchen stammende S. hatte sich im Namen seines Anwalts von den Drohvideos distanziert. Die Sauerland-Gruppe hatte im Herbst 2007  Anschläge auf US-Militäreinrichtungen in Deutschland geplant. Sie wollte damit die Verlängerung des Afghanistan-Einsatzes der Bundeswehr verhindern. Nach einem Tipp des US-Geheimdienstes flogen die Pläne auf. Die vier Mitglieder der Sauerland-Gruppe waren im März zu langjährigen Haftstrafen verurteilt worden.

Der Verfassungsschutz beobachtet seit längerem die Aktivität weiterer mutmaßlicher Islamisten in Neunkirchen. Seit diesem Freitag muss sich nun auch die Ehefrau von Fritz G., des Anführers der Sauerlandgruppe , in Berlin als Terrorhelferin vor Gericht verantworten. Die Bundesanwaltschaft wirft der 29-Jährigen und einem 21 Jahre alten Mitangeklagten vor, die terroristischen Vereinigungen Islamische Jihad Union (IJU) und Deutsche Taliban Mudschahedin (DTM) im Ausland mit Geld unterstützt sowie Propagandamaterial über das Internet verbreitet zu haben.