Thailand hat den mutmaßlichen russischen Waffenhändler Viktor Bout an die USA ausgeliefert. Bout habe Thailand in einem von den USA für die Überführung des Russen bereitgestellten Flugzeug um 13.27 Uhr Ortszeit verlassen, sagte der Chef der Kriminalpolizei in der Hauptstadt Bangkok, Supisarn Bhakdinarunart. "Die Regierung hat die Auslieferung von Bout genehmigt", sagte Abhisit.

Russland hat die Auslieferung scharf kritisiert. Die Entscheidung sei "illegal" und unter Druck der US-Regierung getroffen worden, teilte das russische Außenministerium in einer Erklärung mit. Der russische Konsul in Thailands Hauptstadt Bangkok, Andrej Dwornikow, monierte die "rasche und heimliche" Auslieferung. "Wir wurden nicht offiziell von den örtlichen Behörden unterrichtet", sagte er der russischen Nachrichtenagentur Interfax.

Der weltweit gesuchte mutmaßliche Waffenhändler war im März 2008 von US-Agenten in Bangkok gefasst worden. Die Agenten hatten sich als Vertreter der kolumbianischen Farc-Rebellen ausgegeben und vorgegaukelt, Waffen kaufen zu wollen. Er ging nach Angaben der Ermittler auf das Geschäft ein.

Die USA beschuldigen Bout unter anderem der Verschwörung zum Mord an US-Bürgern und der Unterstützung einer terroristischen Vereinigung. Er soll eine ganze Flotte von Frachtflugzeugen unterhalten und Waffen in Krisengebiete in Afrika, Südamerika, den Nahen Osten und nach Asien geliefert haben. Bei einer Verurteilung droht Bout, der Vorbild für den Film Lord of War – Händler des Todes mit Nicolas Cage gewesen sein soll , eine lebenslange Haftstrafe. Er beteuert seine Unschuld und gibt an, legal im Flugfrachtgeschäft tätig gewesen zu sein.

Die thailändische Justiz hatte bereits im August der von den USA beantragten Auslieferung zugestimmt. Allerdings war noch ein zweites Verfahren gegen Bout anhängig, das ebenfalls von den USA initiiert worden war, um das erste Gesuch zu untermauern. Dieses Verfahren stellte die thailändische Justiz im Oktober aus Mangel an Beweisen ein und machte damit den Weg für die Auslieferung frei. Die endgültige Entscheidung lag dann bei Ministerpräsident Abhisit.