Schwere Überschwemmungen haben im Norden Albaniens mehr als 12.000 Menschen gezwungen, ihre Häuser zu verlassen. In der Region Shkodra hätten die Wassermassen rund 7500 Häuser beschädigt, sagte der Sprecher des Zivilschutzes, Leonard Olli. Während im Norden Bosniens bei einem Erdrutsch eine Frau ums Leben kam, hatte auch Bulgarien mit heftigen Regenfällen zu kämpfen.

In der Region Shkodra stünden rund 14.000 Hektar Ackerland unter Wasser, sagte Olli. Mehrere Dörfer seien völlig von der Außenwelt abgeschnitten, die Stromversorgung sei teilweise unterbrochen. Polizei und Armee beteiligten sich mit mehr als rund 1400 Helfern an den Evakuierungen und Hilfsmaßnahmen. In der Stadt Shkodra stehe das Wasser bis zu zwei Meter hoch in den Straßen.

"Die Lage ist kritisch", sagte Olli. Nach einem Hilfeersuchen von Präsident Bamit Topi und Außenminister Edmond Haxhinasto an die Europäische Union und die NATO seien aber bereits drei Rettungshubschrauber aus der Türkei und zwei weitere Helikopter aus Griechenland eingetroffen. Viele Orte, in denen die Menschen laut Polizei trotz Warnungen teilweise in ihren vom Wasser bedrohten Häusern ausharrten, seien mit Booten nicht erreichbar.

In der bosnischen Region um die Stadt Tuzla starb nach Angaben einer Krankenhausärztin eine Frau. Die Nachrichtenagentur FENA berichtete, ihr an einem Abhang errichtetes Haus sei ins Rutschen geraten und hundert Meter tief hinabgestürzt. Ihr Sohn und eine ältere Frau, die sich ebenfalls in dem Haus aufgehalten haben sollen, würden in den Trümmern noch vermisst. Der Ehemann habe das Unglück jedoch mit leichten Verletzungen überlebt. Mehrere Nachbarhäuser seien ebenfalls absturzgefährdet.

In Bulgarien musste nach heftigen Regenfällen die wichtigste Verbindungsstraße zwischen der Hauptstadt Sofia und der Grenze zu Griechenland gesperrt werden. Ein an der Straße arbeitender Bauarbeiter wurde nach Polizeiangaben mitsamt seinem Lastwagen von dem über die Ufer getretenen Fluss Struma erfasst. Es gebe wenig Hoffnung, ihn lebend zu bergen. Sieben Menschen, darunter drei Kinder, habe das Wasser in einer Grotte eingeschlossen. Im Westen des Landes seien zahlreiche Häuser zerstört worden.