Ein Gericht in London hat entschieden, dass der Gründer der Enthüllungswebsite Wikileaks, Julian Assange, mindestens bis Dienstag, den 14. Dezember inhaftiert bleibt. Eine Freilassung gegen die Zahlung einer Kaution lehnte das Gericht ab.

Assange hatte sich am Morgen in London der Polizei gestellt. Seine Anwälte hatten nach eigenen Angaben das Treffen des international gesuchten Internetaktivisten mit den Behörden vorbereitet.

Assange sei "gemäß einem europäischen Haftbefehl um 10.30 Uhr verhaftet worden", hieß es in der Mitteilung von Scotland Yard. Assange wurde wegen Vergewaltigungsvorwürfen, die in Schweden gegen ihn erhoben wurden, international gesucht. Außerdem werden ihm Nötigung und sexuelle Belästigung vorgeworfen. Assange bestreitet die Vorwürfe und vermutet dahinter einen politisch motivierten Rachefeldzug gegen sich.

Derzeit wartet die schwedische Justiz auf die Auslieferung. Aus schwedischer Sicht hängt alles von Assange selbst ab. "Wenn jemand mit der Auslieferung nach einem europäischen Haftbefehl nicht einverstanden ist, kann es Monate dauern", sagte die Göteborger Staatsanwältin Marianne Ny zur Festnahme. Wenn der Wikileaks-Gründer aber grünes Licht gebe, könne sie ihn binnen zehn Tagen auf schwedischem Boden verhören.

Die britischen Behörden hatten erst am Montag einen neuen Haftbefehl aus Stockholm erhalten, einen ersten Haftbefehl konnten sie wegen Unvollständigkeit nicht vollstrecken. Auch die internationale Polizeibehörde Interpol hatte Assange auf die Fahndungsliste gesetzt.

Assanges Anwältin Jennifer Robinson kündigte jedoch an, er werde gegen eine Auslieferung an Schweden juristisch vorgehen, weil danach eine Auslieferung an die USA drohe. Eine Auslieferung an die USA sei eine "echte Bedrohung für einen fairen Prozess".