Nach einem kurzen Stopp bei Ludwigslust in Mecklenburg-Vorpommern hat der Atommülltransport aus Frankreich zum Zwischenlager Nord bei Lubmin seine Fahrt fortgesetzt. Am Vormittag hatte der Zug bei Ludwigslust halten müssen, weil rund zwei Dutzend Atomkraftgegner die Gleise blockiert hatten, teilte die zentrale Polizeipressestelle für den Castor-Transport in Anklam mit. Nach etwa 15 Minuten habe der Zug aber weiterfahren können.

Bei Stralsund im Osten des Landes hatten sich Castor-Gegner an den Gleisen der Transportstrecke zu schaffen gemacht und leichte Schäden verursacht. Diese wurden laut Polizei schnell behoben. In Magdeburg waren in der Nacht 24 Atomkraftgegner in Gewahrsam genommen worden, wie ein Sprecher der Bundespolizei sagte. Dem Vernehmen nach wurden sie inzwischen wieder auf freien Fuß gesetzt.

Der Zug mit den vier Castor-Behältern wurde gegen Donnerstagmittag in Lubmin bei Greifswald erwartet. Die Atomkraftgegner hatten erhebliche Blockaden und Proteste angekündigt. Zwischen Greifswald und Lubmin beteiligten sich nach Angaben des Anti-Atom-Bündnisses Nordost mehrere Hundert Menschen an Mahnwachen, am Zwischenlanger versammelten sich nach Polizeiangaben zwischen 100 bis 200 Demonstranten. Die Grünen sprachen von der doppelten Zahl. Unter den Demonstranten waren auch Aktivisten aus dem Wendland .

Insgesamt sind nach Polizeiangaben in Mecklenburg-Vorpommern zur Absicherung des Castor-Transports bis zu 4000 Beamte im Einsatz.

Die Atomkraftgegner wollen sich auch von Eiseskälte und Schnee nicht von den geplanten Sitzblockaden abhalten lassen. "Es gibt hier niemanden, der sich dadurch einschränken lässt", sagte Ulrike Berger von den Grünen.