In Fernsehbildern war zu sehen, wie Flammen aus dem Gebäude der San-Miguel-Haftanstalt schlugen. Über dem Haus standen dunkle Rauchwolken. Durch das Feuer in der chilenischen Hauptstadt Santiago de Chile starben mindestens 81 Häftlinge. Weitere 19 Insassen hätten schwere Verbrennungen erlitten, berichteten nationale Medien unter Berufung auf die Behörden.

Gesundheitsminister Jaime Mañalich sprach vom vielleicht schwersten Unglück in der Geschichte der chilenischen Strafjustiz. Das Feuer war nach Angaben von Polizeichef Luis Masferrer bei einem Streit zwischen Gefangenen ausgebrochen. Das Unglück sei Ausdruck der prekären Verhältnisse im chilenischen Strafvollzug, fügte er hinzu.

In dem Gefängnis im Süden der Hauptstadt sitzen insgesamt 1900 Menschen ein. Damit war es wie fast alle Haftanstalten Lateinamerikas völlig überbelegt. Gebaut wurde das Gefängnis für 700 Insassen.

Das Feuer sei am frühen Morgen ausgebrochen, teilte ein Polizeisprecher mit. Die Feuerwehr sei erst zwei Stunden nach dem Ausbruch des Feuers angerückt, hieß es in Fernsehberichten. Die Polizei habe zunächst die Lage in dem Gefängnis sichern wollen, hieß es weiter.

Hunderte Angehörige versammelten sich vor dem Gebäude. Sie verlangten Informationen über das Schicksal der Häftlinge. Laut Polizei sind die meisten Opfer wahrscheinlich durch Rauchvergiftungen umgekommen.