Vor der Küste von Oman haben Piraten einen deutschen Frachter entführt. Wie die EU-Mission Atalanta am Dienstag in Brüssel mitteilte, wurde die unter der Flagge von Antigua und Barbuda fahrende EMS Rivera einer deutschen Reederei bereits am Montag gekapert. Der Überfall habe sich rund 320 Kilometer nordöstlich vom Hafen Salalah des Sultanats Oman ereignet. Der Frachter sei mit acht Besatzungsmitgliedern auf dem Weg von den Vereinigten Arabischen Emiraten nach Griechenland gewesen; sieben der Seeleute seien Philippiner, einer Rumäne. Das Schiff habe Erdölprodukte geladen.

Unterdessen gaben somalische Piraten einen deutschen Chemietanker nach mehr als einem halben Jahr wieder frei. Die Marida Marguerite mit 22 Mann Besatzung sei auf dem Weg in sichere Gewässer, sagte Andrew Mwangura vom Ostafrikanischen Seefahrerhilfsprogramm. Die Piraten haben nach eigenen Angaben ein Lösegeld in Höhe von 5,5 Millionen Dollar erhalten. Das Geld sei per Fallschirm abgeworfen worden.

Der Chemietanker war im Mai rund 120 Seemeilen vor Salalah – nur rund 50 Seemeilen von dem neuen Überfall entfernt – von Seeräubern gekapert und nach Somalia verschleppt worden. Das Schiff eines deutschen Eigners fährt unter der Flagge der Marschall-Inseln. Die Besatzung kommt aus Indien, Bangladesch und der Ukraine.

Vermutlich nutzten die Piraten ein zuvor gekapertes Schiff, die Motivator , für den Überfall auf hoher See im Indischen Ozean. Nach Angaben der EU-Mission befinden sich derzeit 26 Schiffe und 609 Besatzungsmitglieder in Händen somalischer Piraten.