Nach der Attacke von protestierenden Studenten auf eine Limousine des britischen Thronfolgers Prinz Charles und seiner Gattin Camilla hat Londons Polizeichef angedeutet, dass die Polizei auch auf die Demonstranten hätte schießen können. "Die Beamten, die ihre königlichen Hoheiten beschützten, haben enorme Zurückhaltung bewiesen", sagte Polizeichef Paul Stephenson der BBC. "Einige von ihnen waren bewaffnet". Stephen kündigte an, dass es eine vollständige Aufklärung des "schockierenden Vorfalls" geben werde. Die Demonstranten nannte er "Gangster".

Regierungschef David Cameron verurteilte den Übergriff auf den Thronfolger und dessen Frau als "schockierend und bedauerlich". Die Angreifer würden zur Verantwortung gezogen und "die volle Kraft des Gesetzes" zu spüren bekommen, sagte Cameron.

Das britische Unterhaus hatte am Donnerstag die Obergrenze für Studiengebühren erhöht. Der Gesetzesentwurf, demzufolge die britischen Hochschulen die Studienbeiträge verdreifachen können, ist Teil des Sparpakets der Regierung in London, die damit das Rekorddefizit des Landes in den Griff bekommen will. Bei Protesten Tausender teils Vermummter Demonstranten gegen das Vorhaben wurden nach Polizeiangaben mindestens 43 Demonstranten und zwölf Polizisten verletzt. Die Demonstranten hatten Steine geworfen, Gebäude beschädigt, Scheiben eingeschlagen und Brände gelegt.

Charles und Camilla befanden sich am Abend auf dem Weg zu einer Benefiz-Vorstellung im Londoner Palladium-Theater, als ihre Limousine angegriffen wurde. Dabei ging auch eine Fensterscheibe des Wagens zu Bruch. Camilla zeigte sich von der Attacke indes unbeeindruckt und trat nach der Theateraufführung lächelnd vor die Mikrofone wartender Reporter. "Mir geht es gut, danke", sagte sie. "Es gibt für alles ein erstes Mal."