Dies geht aus dem Spenden-Almanach 2010/2011 hervor, der vom Deutschen Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) veröffentlicht wird und aus dem die ZEIT-Beilage Christ & Welt vorab berichtet.

"Kinderpatenschaften sind eine sehr populäre Form von Spendenunterstützung", erklärte DZI-Geschäftsführer Burkhard Wilke in Christ & Welt . Das Wachstum beruhe auf dem Expansionsdrang überwiegend junger Organisationen wie Plan International Deutschland und World Vision.

Nach Angaben des Spenden-Almanachs stiegen die Einnahmen von Plan International Deutschland zwischen 2002 und 2009 um 125 Prozent von 37,8 Millionen auf 85 Millionen Euro an. Das christliche Hilfswerk World Vision verdoppelte seine Spenden im Berichtszeitraum von 31 Millionen auf 62 Millionen Euro. Auch der Kindernothilfe und der Christoffel-Blindenmission gelangen Steigerungen von mehr als zehn Prozent.

Dagegen mussten Hilfswerke Einbußen verkraften, die Kinderpatenschaften ablehnen. Dazu gehören Misereor, Adveniat und Die Sternsinger. In der Branche ist das Konzept der Kinderpatenschaften heftig umstritten. "Dem Paten wird etwas vorgespiegelt, denn das Geld kommt ja nicht direkt zum Kind", sagte Helga Kuhn von Unicef in Christ & Welt . Misereor-Geschäftsführer Martin Bröckelmann-Simon kritisierte, durch Patenschaften entstünden "Inseln der Glückseligkeit". Hilfsorganisationen müssten stattdessen die Gemeinschaft stärken.

Das DZI prüft soziale und karitative Organisationen auf die Verwendung von Spenden. Nach Angaben des Almanachs belaufen sich die privaten Geld- und Sachspenden auf dem deutschen Spendenmarkt auf rund fünf Milliarden Euro pro Jahr. Die zwölf größten Organisationen im DZI-Spenden-Index verbuchten 2009 Einnahmen in Höhe von 727,8 Millionen Euro. Der Anteil der Patenschaftsorganisationen daran betrug 380,6 Millionen Euro.