Die australische Regierung will einen Teil der Kosten der schweren Überschwemmungen im Osten des Landes mit einer Sondersteuer auffangen. Wie Ministerpräsidentin Julia Gillard mitteilte, sollen Bürger mit einem Jahreseinkommen von mehr als 50.000 australischen Dollar (36.000 Euro) künftig eine Sonderabgabe von 0,5 Prozent zahlen. Ab 100.000 Australischen Dollar beträgt der Satz ein Prozent. Das Geld soll in ein Wiederaufbau-Programm fließen.

Die Labour-Politikerin sagte weiter, gleichzeitig sollte auf Ausgaben verzichtet beziehungsweise sollten Gelder gestrichen werden. So müssten unter anderem Initiativen für den Klimaschutz mit weniger Mitteln zurechtkommen. Programme zur Förderung von Solarenergie würden genauso gestoppt wie Subventionen für die Herstellung von umweltfreundlicheren Fahrzeugen.

Die Regierung stellt sich auf Flutkosten von 5,6 Milliarden Australischen Dollar (vier Milliarden Euro) ein. Die Katastrophe wird nach Gillards Worten das Wirtschaftswachstum um einen halben Prozentpunkt schmälern. Volkswirte gehen allerdings davon aus, dass der Wiederaufbau dann im kommenden Jahr die Konjunktur ankurbeln wird.

Die Wassermassen hatten in Queensland an der Nordostküste Australiens eine Fläche von der Größe Frankreichs und Deutschlands überschwemmt. Mehr als 25 Menschen starben, Tausende Häuser wurden weggespült, drei Viertel der staatlichen Kohlebergwerke lahmgelegt, Ernten vernichtet. Die Überschwemmungen zerstörten Straßen und Eisenbahngleise.