Bis Jahresende 2010 hat das haitianische Gesundheitsministerium landesweit 3481 Cholera-Tote gezählt. 157.300 Menschen haben sich seit dem Ausbruch der Epidemie vor zehn Wochen infiziert, wie die Behörde mitteilte.

Pro Tag sterben den Angaben zufolge immer noch mehr als 22 Menschen. Das sind allerdings weniger als in den Wochen zuvor, als bis zu 60 Tote am Tag gezählt worden waren. Experten gehen davon aus, dass die tatsächliche Zahl der Toten und Erkrankten viel größer ist als offiziell angegeben.

Vor einem Jahr hatte ein schweres Erdbeben Haiti erschüttert, mindestens 250.000 Menschen starben dadurch. Das Beben war eine der schwersten Naturkatastrophen der Geschichte. Zehn Monate später brach entlang des Flusses Artibonite die Cholera aus.

Die Krankheit galt in Haiti eigentlich seit mehr als hundert Jahren als ausgerottet. Es wird vermutet, dass eine starke Verschmutzung des Flusses die bakterielle Krankheit auslöste. Tausende Menschen schöpfen aus dem Fluss täglich ihr Wasser zum Waschen oder Kochen.

Seit dem Beben sind in dem Land viele Hilfsorganisationen aktiv, um den Wiederaufbau voranzutreiben und medizinische Hilfe zu leisten. Die Cholera breitete sich wegen der katastrophalen hygienischen Bedingungen im Land schnell aus.