David Kato, der für die Aktivistengruppe Sexuelle Minderheiten in Uganda aktiv war, sei am Mittwoch vor seinem Haus in der ugandischen Hauptstadt Kampala durch einen Schlag auf den Kopf tödlich verletzt worden, sagte sein Anwalt John Francis Onyango. Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) starb Kato auf dem Weg ins Krankenhaus.

Die Polizei nahm den Fahrer des 46-jährigen als mutmaßlichen Täter fest. Nach dem Hausdiener werde noch gefahndet, teilte ein Polizeisprecher mit. Die Ermittler gingen von einem Raubmord aus, da bei dem Festgenommenen mehrere Gegenstände aus Katos Haus gefunden wurden. "Die Tatumstände zeigen keine Hinweise auf seine Rolle als Aktivist bei (der Organisation) Sexuelle Minderheiten Uganda", betonte er.

Katos Tod sei ein "schmerzlicher Verlust für die Gemeinschaft der Kämpfer für Menschenrechte", sagte Maria Burnett, eine Afrikaexpertin der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch. Die Organisation forderte die Polizei auf, den Fall gründlich und unvoreingenommen zu untersuchen.

Michelle Kagari, stellvertretende Afrikadirektorin von Amnesty International, sprach von einem "schockierenden Mord" und nannte das Schweigen der ugandischen Regierung zu schwulenfeindlicher und Hass verbreitender Rhetorik in der Öffentlichkeit des ostafrikanischen Landes Besorgnis erregend. "Nun ist mehr denn je die Zeit, den Ugandern zu versichern, dass die Behörden sie vor Drohungen und Gewalt schützen, unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung."

Marina Schuster, die Sprecherin für Menschenrechte und humanitäre Hilfe der FDP-Bundestagsfraktion, bezeichnete die Tat als "Folge der homophoben Stimmung in der ugandischen Gesellschaft." "Es ist nicht akzeptabel, dass die ugandischen Behörden ihren homosexuellen Bürgerinnen und Bürgern jeden Schutz verweigern und sehenden Auges Denunziantentum und Diskriminierung fördern", so Schuster.

Kato war im vergangenen Jahr von dem schwulenfeindlichen ugandischen Boulevardblatt Rolling Stone mit Foto und Namen in einem Artikel aufgeführt worden, der dazu aufrief, Schwulenaktivisten aufzuhängen. Die Zeitschrift warf diesen vor, die ugandische Jugend zur Homosexualität "rekrutieren" zu wollen.

Gemeinsam mit zwei weiteren Aktivisten hatte Kato daraufhin das Wochenblatt erfolgreich auf Schadenersatz verklagt und ein gerichtliches Urteil erstritten, das allen Medien die Identifizierung von Schwulen verbietet.

Homosexuelle Beziehungen sind in Uganda, wie in den meisten afrikanischen Staaten, illegal. Wer offen schwul oder lesbisch ist, riskiert nicht nur Diskriminierung, sondern auch Gewalt. Kato hatte erfolgreich Einspruch gegen einen international kritisierten Gesetzentwurf eingelegt, der unter anderem die Todesstrafe für sexuell aktive HIV-positive Homosexuelle vorsah.