Im Prozess gegen die frühere RAF-Terroristin Verena Becker soll eine Reihe weiterer Ex-Topterroristen aussagen, darunter auch Brigitte Mohnhaupt, die mehr als 24 Jahre lang im Gefängnis saß. Die ehemaligen Terroristen sollen zur Organisation der RAF und zur sogenannten Offensive 77 befragt werden. Die Offensive 77 bezeichnet eine Reihe von Terroranschlägen, mit denen die RAF die Befreiung inhaftierter Terroristen erreichen wollte.

Brigitte Mohnhaupt sei für den 24. März geladen, sagte ein Sprecher des Oberlandesgerichts Stuttgart. Mohnhaupt war 2007 aus der Haft entlassen worden. Am selben Tag wird Knut Folkerts erwartet, am 25. März dann Sieglinde Hofmann, Rolf Clemens Wagner und Irmgard Möller.

Bereits am 17. Februar soll Sigrid Sternebeck aussagen, am 24. und 25. Februar dann Silke Maier-Witt. Sternebeck und Maier-Witt gehörten zur zweiten RAF-Generation.

Ein weiterer Zeuge ist der ehemalige Terrorist Werner Lotze. Er ist für den 3. März geladen. Am 10. März kommen nach den bisherigen Plänen Rolf Heißler, Adelheid Schulz, Stefan Wisniewski sowie Günter Sonnenberg.

Der Prozess soll klären, welchen Anteil die 58-jährige Verena Becker an der Vorbereitung des Attentats am 7. April 1977 hatte, bei dem der damalige Generalbundesanwalt Siegfried Buback und zwei Begleiter ermordet worden waren.

Die Vernehmung des ehemaligen RAF-Terroristen Peter-Jürgen Boock brachte zuletzt keine Anhaltspunkte dafür, dass Becker maßgeblich an der Vorbereitung des Mordanschlags beteiligt war. Sie habe jedenfalls nicht zum "Karlsruher Kommando" gehört, das den Anschlag 1977 plante und ausführte, sagte Boock aus.