Schüsse und Tote am Frankfurter Flughafen: Ein Mann aus dem Kosovo hat am Mittwoch vor dem Terminal einen Bus mit US-Soldaten der Luftwaffe angegriffen und zwei Männer erschossen. Zwei andere Soldaten wurden in dem US-Militärbus schwer verletzt, einer von ihnen lebensgefährlich. Alle etwa zwölf Soldaten in dem Bus waren auf dem Weg von ihrem Stützpunkt in England über Ramstein in Rheinland-Pfalz nach Afghanistan oder in den Irak. Sie gehören der Militärpolizei der Luftwaffe an. Der mutmaßliche Täter – ein 21-Jähriger aus Frankfurt – wurde im Flughafengebäude von Bundespolizisten überwältigt und festgenommen.

Ob es sich bei den neun Schüssen um einen gezielten Terroranschlag auf Amerikaner handelt, ist bisher noch unklar. Einen Bericht von Spiegel Online, die Behörden gingen von einem gezielten Angriff auf die US-Armee aus und der Täter habe größere Mengen Munition bei sich gehabt, bestätigte die federführende Frankfurter Polizei nicht.

Der Tagesspiegel berichtet von Hinweisen auf einen islamistischen Hintergrund des Täters. Auch dies ist bisher von offizieller Seite nicht bestätigt. 

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und US-Präsident Barack Obama reagierten tief betroffen. Sie kündigten an, alles zu tun, um den blutigen Anschlag rasch aufzuklären und sprachen den Angehörigen ihr Mitgefühl aus. Die Regierung des Kosovo verurteilte "diese mörderische Tat eines Kosovaren", hieß es in einer Stellungnahme. Die Attacke sei eine "grauenhafte Einzeltat".

"Ich spreche bewusst nicht von einem Anschlag, sondern von einem Tötungsdelikt", sagte der hessische Innenminister Boris Rhein (CDU) am Tatort. "Es ist aber im Moment nichts auszuschließen."

Die US-Soldaten waren mit einer Linienmaschine aus London in Frankfurt gelandet, sagte der Sprecher des Hauptquartiers der US-Luftstreitkräfte in Europa, Wolfgang Hofmann. Sie sollten mit dem Bus zum US-Luftwaffenstützpunkt nach Ramstein in Rheinland-Pfalz gebracht werden und von dort aus in Kürze zu Einsätzen in Afghanistan oder dem Irak starten. Sie seien in Lakenheath – rund 100 Kilometer von London – stationiert und gehörten den Security Forces an, der Militärpolizei der Luftwaffe.

Der genaue Hergang der Tat war am Abend noch unklar. Der Mann soll nach Darstellung von Rhein einen Soldaten vor dem Bus angesprochen und dann das Feuer eröffnet haben. Anschließend habe er den Fahrer – ebenfalls ein Soldat – im Bus erschossen, sagte Rhein im Hessischen Rundfunk. Die beiden anderen Militärs wurden ebenfalls im Bus mit Schüssen in den Kopf und in die Brust schwer verletzt, bevor der Todesschütze flüchtete.

Der Täter wurde nach dem Blutbad mehrere Stunden lang verhört. Die Tatwaffe, eine Pistole, hatte er bei der Festnahme noch bei sich. Der 21-Jährige hatte sie kurz nach 15 Uhr gezogen, der Tatort liegt auf einer Busspur im öffentlichen Bereich des Flughafen-Terminals 2.