In Tokyo wird abgefülltes Wasser in den Geschäften knapp – aus Angst vor kontaminiertem Trinkwasser wollen sich viele Bewohner der Millionenmetropole mit Wasserflaschen eindecken. Die Verwaltung hat begonnen, 240.000 Flaschen an Familien zu verteilen. Laut einem Bericht der New York Times zieht die japanische Regierung jetzt in Erwägung, Wasser zu importieren.

Dabei ist die Belastung des Leitungswassers mit radioaktivem Jod in Tokyo wieder unter den für Babys geltenden Grenzwert von 100 Becquerel pro Liter gesunken, wie die Nachrichtenagentur Kyodo meldete. Anlässlich der neusten Befunde gaben Vertreter der Stadt bekannt, dass sie nicht länger vor dem Konsum von Trinkwasser warnen werden, berichtete die Nachrichtenagentur weiter. "Ich denke, dass die Werte steigen und sinken werden. Aber selbst wenn die Grenzwerte zeitweise überschritten werden, wird das kein Problem sein, solange sie im Jahresschnitt darunter liegen", sagte Tokyos Gouverneur Shintaro Ishihara auf einer Pressekonferenz. "Ich hoffe, die Menschen in Tokyo bleiben gelassen."

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In anderen Wasseraufbereitungsanlagen außerhalb von Tokyo wurde hingegen eine erhöhte radioaktive Belastung festgestellt. Babys sollten das Wasser dort weiterhin nicht trinken. Zudem weitet sich die Kontaminierung von Lebensmitteln aus, wie der Regierungssprecher sagte. Auch die Strahlenbelastung im Meer nahe Fukushima-1 hat zwischenzeitlich einen neuen Höchstwert erreicht. Die gemessenen Werte schwanken jedoch stark.

Entwarnung gibt es für die verletzten Fukushima-Helfer: Wie die Nachrichtenagentur Kyodo meldete, haben die zwei Arbeiter anscheinend keine schweren Gesundheitsschäden davongetragen. Die Männer leiden nicht an Übelkeit oder Schmerzen, heißt es in dem Bericht. Dies wären Symptome, die auf eine Strahlenerkrankung hinweisen würden.

Die verletzten Arbeiter hatten am Donnerstag in Reaktor 3 Kabel reparieren wollen, um das Kühlsystem wieder in Gang zu bringen. Sie hätten in radioaktiv belastetem Wasser gestanden, sagte Regierungssprecher Yukio Edano. Ihre Verbrennungen zogen sich die Männer vermutlich durch Beta-Strahlen zu, wie Kyodo unter Berufung auf Tepco berichtete. Insgesamt haben laut Kyodo jetzt 17 Arbeiter eine Strahlenbelastung von mehr als 100 Millisievert erlitten.

Die Arbeiten in Fukushima gingen trotz des Unfalls weiter. Ziel ist es, das Pump- und Kühlsystem der beschädigten Reaktoren zu reparieren. In Reaktor 1 soll es nach Angaben von Kyodo gelungen sein, die Lichter im Kontrollraum wieder anzuschalten. In Reaktor 3 mussten sich einige Arbeiter nach den Verletzungen ihrer Kollegen allerdings in Sicherheit bringen. Am Donnerstagmorgen stieg außerdem weißer Dampf über den Blöcken 1, 2 und 4 auf.