Die Techniker kriegen die Lage im beschädigten Atomkraftwerk Fukushima nicht in den Griff: Vier der sechs Reaktorblöcke sind nach mehreren Explosionen schwer beschädigt. Nach Regierungsangaben ist in drei der vier betroffenen Reaktorblöcken eine Kernschmelze möglich.

Über den genauen Zustand der beschädigten Meiler in Fukushima gibt es weiterhin nur grobe Angaben. Fest steht, dass die radioaktive Strahlung im Umkreis von Fukushima gefährliche Werte erreicht hat – und dass zeitweise auch erhöhte Werte im etwa 230 Kilometer entfernten Tokyo gemessen wurden.

Die Belastung rund um das beschädigte Atomkraftwerk Fukushima-1 im Nordosten Japans betrage bis zu 400 Millisievert pro Stunde, teilte die japanische Regierung mit. Die noch ausharrenden 50 Mitarbeiter am Kraftwerk müssten wegen der hohen radioaktiven Belastung in den Kontrollräumen eigentlich abgezogen werden, gab der Kraftwerksbetreiber Tepco bekannt.

Nachdem schon am Samstag im AKW Fukushima-1 das Reaktorgebäude 1 und dann am Montag das Reaktorgebäude 3 explodiert waren, kam es am Dienstag auch in Reaktorgebäude 2 zu einer Explosion. Bei dieser dritten Explosion wurde vermutlich auch der Reaktorbehälter beschädigt.

In Reaktorgebäude 4 hat es am Mittwoch auch zum zweiten Mal gebrannt, nach Berichten des japanischen Senders NHK ist das Feuer aber von außen nicht zu sehen. 

Anders als die Reaktoren 1 bis 3 war Reaktor 4 zum Zeitpunkt des Bebens wegen regulärer Wartungsarbeiten nicht in Betrieb. Im Abklingbecken dieses Reaktors liegen aber verbrauchte Brennstäbe, die ebenfalls Hitze entwickeln. Die Japan Times hatte berichtet, dass die Kühlpumpen in Reaktorgebäude 4 nicht mehr funktionierten und deshalb das Kühlwasser in dem Abklingbecken verdampfe.