Die Arbeiter im havarierten Atomkraftwerk Fukushima-1 versuchen weiter die Reaktoren unter Kontrolle zu bringen. Die Einsatzkräfte pumpen Wasser in die Reaktoren 1 bis 3. Das meldet die Nachrichtenagentur Jiji Press. Um eine mögliche Wasserstoffexplosion in Reaktor 1 zu verhindern, füllen die Einsatzkräfte zudem weiter Stickstoff in das Gebäude ein. Unterdessen ereigneten sich in der Katastrophenregion mehrere Nachbeben.

Einerseits soll das Wasser die Reaktoren kühlen und eine fortlaufende Kettenreaktion verhindern. Andererseits behindert das anschließend kontaminierte Wasser, welches sich in den Untergeschossen der Blöcke sammelt die Wiederherstellung des Kühlsystems. Für technische Arbeiten müssen die Ingenieure in diese Bereiche und in die Turbinengebäude, in denen sich ebenfalls das belastete Kühlwasser staut. Nur so lässt sich auch der stromversorgte Kühlkreislauf für die Reaktordruckbehälter wie auch für die Abklingbecken mit den abgebrannte Brennelementen wieder in Gang bringen. Weiter wird versucht das Wasser abzupumpen. Die Helfer in dem havarierten AKW überprüfen zudem Auffanganlagen, in denen etwa 30.000 Tonnen gelagert werden können, hieß es weiter.

Die Arbeiter haben auch damit begonnen, radioaktiven Müll auf dem Gelände des Atomkraftwerks zu entsorgen. Mithilfe von Räumfahrzeugen versuchen sie die kontaminierten Trümmer einzusammeln. Später soll der Müll in Sicherheitsbehältern in Entsorgungslager gebracht werden.

Auch einen guten Monat nach der Katastrophe geht die Suche nach Vermissten weiter. Die rund 300 Einsatzkräfte suchten insbesondere im nahen Umfeld des zerstörten Atomkraftwerks. Das Gebiet wurde im Umkreis von zehn Kilometern um das AKW abgesucht. Neben einem Suchtrupp sind auch ein Team zur Messung radioaktiver Strahlung sowie ein weiteres Team zur Bergung der Leichen eingesetzt. Sobald eine verstrahlte Leiche gefunden sei, werde sie abgewaschen und dann abtransportiert, hieß es. Bisher sind über 13.300 Todesopfer des Bebens und Tsunamis identifiziert worden. Über 15.000 Menschen werden noch vermisst.

Unterdessen gerät der japanische Regierungschef Naoto Kan immer mehr in die Kritik. Am Vortag hatte die angebliche Aussage Kans, die 20 Kilometer große Evakuierungszone rund um die Atomruine bleibe für die nächsten 10 bis 20 Jahre unbewohnbar, für Verwirrung gesorgt. Sowohl Kan als auch Außenminister Takeaki Matsumoto dementierten dies später wieder. Man nehme es dennoch ernst, dass dadurch Verunsicherung entstanden sei, sagte Regierungschef Yukio Edano.

Kans größter innerparteilicher Rivale, der einflussreiche Ichiro Ozawa, warf dem Premier Unfähigkeit im Umgang mit der Krise vor. Kans Mangel an Führungskraft könne zu "weiteren Katastrophen" führen, schrieb Ozawa laut Medienberichten an seine innerparteilichen Anhänger. Manche in der regierenden Demokratischen Partei (DPJ) fordern seit Längerem den Rücktritt des Partei- und Regierungschefs.