In den USA suchen Einwohner und Rettungskräfte unter Trümmern nach Überlebenden des Wirbelsturms. Offiziellen Angaben zufolge stieg die Zahl der Toten inzwischen auf 313 Menschen. Die Behörden rechnen aber damit, in den Trümmern weitere Opfer zu finden.

Besonders betroffen ist der Bundesstaat Alabama, wo nach Angaben der Behörden allein 210 Menschen in den Stürmen umkamen. Mehr als 1700 weitere seien verletzt worden. Dutzende Todesopfer und schwere Verwüstungen gab es auch in den Staaten Mississippi, Arkansas, Georgia und Tennessee. Fünf Menschen starben in Virginia.

Die Schäden seien derart enorm und so weit verbreitet, dass es wahrscheinlich Tage dauern werde, das Ausmaß der Katastrophe abzusehen, sagte Alabamas Gouverneur Robert Bentley. Es wird befürchtet, dass die Zahl der Opfer noch steigen könnte. Meteorologen zählten insgesamt über 150 Tornados, die streckenweise mit über 300 Stundenkilometern über das Land fegten. Mehr als 10.000 Menschen sind obdachlos. In Alabama, Mississippi und Georgia wurde der Notstand ausgerufen.

Am Freitag will Präsident Barack Obama mit seiner Frau Michelle in das Katastrophengebiet nach Alabama reisen. "Der Verlust an Menschenleben ist herzzerreißend", sagte er im Weißen Haus. Die Regierung lasse die Betroffenen beim Wiederaufbau nicht allein und werde sie mit Mitteln aus dem Bundeshaushalt unterstützen.

In Alabama wurde ein Atommeiler nahe der Stadt Athens durch den Sturm von der Stromversorgung abgeschnitten. Die drei Reaktoren schalteten sich automatisch ab, bis zu eine Million Menschen blieb nach den Stürmen ohne Strom.

Die Region wird häufig von Tornados heimgesucht, doch nur selten entfalten die Stürme ein solches Zerstörungspotenzial wie in den vergangenen Tagen. Meteorologen sprachen von den folgenschwersten Wirbelstürmen seit bald vierzig Jahren. Für eine Schätzung der Schadenshöhe sei es noch zu früh, erklärten die Behörden. José Miranda von der Risikobewertungsgesellschaft EQECAT sagte, man müsse von Schäden in Höhe mehrerer Milliarden Dollar ausgehen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zeigte sich von den schweren Stürmen und der hohen Opferzahl betroffen. "Den Angehörigen gilt unser tief empfundenes Mitgefühl, den verletzten Menschen wünsche ich eine rasche und vollständige Genesung", schrieb Merkel in einem Kondolenzbrief an Obama.