Keine Entwarnung in New Mexico: Das Atomforschungszentrum Los Alamos National Laboratory (LANL) hat angesichts eines sich rasch ausbreitenden Großbrandes seine Anlage geschlossen. Das Feuer umschließt den Komplex von drei Seiten.

Bis zum Dienstag gelang es den Feuerwehrleuten, den Großbrand vom Atomforschungszentrum fernzuhalten. Dort lagern 30.000 Fässer mit etwa 200 Liter kontaminierten Wasser. Im Zweiten Weltkrieg wurde dort die erste Atombombe entwickelt, bis heute ist die Anlage eine der wichtigen Produktionsstätten für Nuklearwaffen in den USA.

Carl Beard, der Direktor des Zentrums, sagte, es sei kein radioaktives Material in die Umwelt entwichen, und es bestehe auch keine direkte Gefahr, selbst unter "extremen Bedingungen". Nach offiziellen Angaben befindet sich in der Anlage nur schwach strahlendes radioaktives Material. "Alles radioaktive und gefährliche Material" sei gesichert, sagte ein Sprecher. Zudem stehe die Anlage in einem sicheren Abstand zum Feuer in einem Gebiet ohne Bäume und Vegetation.

Der Fernsehsender ABC zitiert hingegen einen ehemaligen Sicherheitsbeamten, nach dessen Angaben radioaktive Abfälle nur knapp fünf Kilometer von den Flammen entfernt gelagert seien. "Wenn das Feuer dorthin kommt, gibt es Potenzial für größeres Unheil", sagte er dem Sender.

Unterdessen versuchen die Feuerwehrleute die Flammen mit mehr Mannschaften und mehr Geräten unter Kontrolle zu bringen. Bislang hat das Feuer sich auf mehr als 250 Quadratkilometer ausgebreitet, das entspricht etwa der Größe Hamburgs. Es sind zwischen 800 und 1.000 Feuerwehrleute im Einsatz.

Für mehrere Ortschaften ordneten die Behörden Zwangsevakuierungen an, darunter auch die nahe gelegene gleichnamige Stadt Los Alamos mit ihren 12.000 Einwohnern. Auch die Einwohner von White Rock wurden aufgefordert, sich vorsichtshalber in Sicherheit zu bringen.

Das Feuer war am vergangenen Sonntag ausgebrochen, die Brandursache könnte eine herabgefallene Stromleitung sein. Das Feuer breitete sich dann, durch Wind angefacht, rasant aus.