Eine Woche nach schweren Explosionen in der turkmenischen Stadt Abadan gibt es widersprüchliche Informationen über die Zahl der Opfer. Nach offiziellen Angaben der turkmenischen Behörden kamen 15 Menschen ums Leben. Oppositionelle gehen jedoch davon aus, dass die Zahl der Opfer sehr viel höher ist. Die oppositionelle Website Chronicles of Turkmenistan beruft sich auf "vertrauenswürdige Quellen", die von 1.382 Toten sprechen. Mehr als ein Drittel der Opfer seien Kinder. Viele der Verletzten seien noch im Krankenhaus verstorben.

Auch die Ursache für die Katastrophe ist weiter unklar. Die Behörden sagen, die Explosionen hätten in einem Depot für Feuerwerkskörper stattgefunden. Chronicles of Turkmenistan berichtet hingegen, es sei zu den Explosionen gekommen, als Soldaten ein Munitionsdepot in unmittelbarer Nähe von Abadan auslagerten. Demnach habe es verheerende Verwüstungen gegeben. Kurzstreckenraketen seien auf Häuser geflogen, auch Schulen, Kindergärten und ein Krankenhaus sollen getroffen worden sein.

Das Regime von Präsident Gurbanguly Berdymuchammedow hatte derartige Zerstörungen zunächst bestritten. Mittlerweile spricht die Regierung jedoch davon, die Stadt neu aufbauen zu wollen. Dafür seien auch Experten des russischen Zivilschutzministeriums um Hilfe gebeten worden.

Unabhängige Informationen sind in dem autokratischen Land nur schwer zu erhalten. Turkmenistan hat sich weitgehend vom Ausland abgeschottet. Sofort nach dem Unglück hatte das Regime eine Informationssperre verhängt, Telefon- und Internetleitungen wurden gekappt.