Bei ihrem Besuch in Kenia, einem der vier Länder, die am stärksten von der Hungerkatastrophe in Ostafrika betroffen sind, hat Bundeskanzlerin Angela Merkel Staatspräsident Mwai Kibaki eine Million Euro für das weltgrößte Flüchtlingscamp Dadaab zugesichtert. Wegen der Hungersnot strömen immer mehr Flüchtlinge in das Dorf. Dadaab war einst für 90.000 Menschen gebaut worden. Inzwischen leben dort rund 380.000 Flüchtlinge. Die meisten kommen aus Somalia. Jede Woche strömen weitere 10.000 Menschen dorthin.

Viele Hilfsorganisationen in Deutschland rufen zu Spenden auf. Die Aktion Deutschland stellt zunächst 100.000 Euro aus dem Nothilfefonds zur Verfügung. Die Mitgliedsorganisationen Care, Johanniter und Malteser sind bereits in Regionalprojekten vor Ort.

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Am Horn von Afrika herrscht die schwerste Dürre der vergangenen 60 Jahre. Insgesamt sind zehn Millionen Menschen, darunter zwei Millionen Kinder, von der Hungersnot bedroht. Besonders schlimm ist die Situation in Somalia. Dort herrscht zudem seit über 20 Jahren Bürgerkrieg. Aber auch Teile Äthiopiens und Kenias leiden unter der Trockenheit. Die Lebensmittelpreise in diesen Ländern steigen dramatisch.

Die Situation ist nach Einschätzung des UN-Flüchtlingskommissariats (UNHCR) die schlimmste humanitäre Katastrophe der Welt. Noch nie habe er in einem Flüchtlingslager so verzweifelte Menschen gesehen wie in Dadaab, hatte der Chef der Behörde, Antonio Guterres, gesagt. Eine wachsende Zahl von unterernährten Kindern stirbt auf dem oft wochenlangen Fußmarsch in das Flüchtlingslager. Guterres hat die Internationale Gemeinschaft zu Spenden aufgerufen.

Das World Food Programme (WFP) versorgt derzeit rund sechs Millionen Menschen am Horn von Afrika. Da ein Ende der Dürre nicht in Sicht ist, gehen die UN davon aus, dass die Zahl in den nächsten Monaten weiter steigen wird. Die Kosten für die Versorgung der Hungernden werden sich nach Schätzungen auf rund 333 Millionen Euro belaufen. Etwa 40 Prozent des Geldes fehlen, die Vereinten Nationen haben an die Geberländer appelliert, diese Lücke möglichst schnell zu schließen.