Ein Bombenanschlag auf das Regierungsviertel in Oslo und ein Angriff auf ein Jugendlager der Regierungspartei haben Norwegen erschüttert. Bei den nach Auffassung der Polizei wahrscheinlich koordinierten Anschlägen wurden zahlreiche Menschen getötet. In Oslo wurden bislang sieben Tote bestätigt. Eine Bombe war in der Nähe des Amtssitzes von Ministerpräsident Jens Stoltenberg explodiert.

In einem Jugendlager der norwegischen Jungsozialisten auf der Insel Utøya erschoss ein Mann in Polizeiuniform mindestens zehn Menschen. Der Attentäter wurde festgenommen.

Bei dem fünftägigen Jugend-Camp sollte Ministerpräsident Jens Stoltenberg einen Gastauftritt haben. Die Lage in dem Camp auf der Insel Utøya wurde als chaotisch beschrieben. Polizisten einer Anti-Terror-Einheit mit schusssicheren Westen eilten zum Tatort. Laut Medienberichten brach unter den Jugendlichen in dem Lager Panik aus. Mehrere Mädchen und Jungen seien von der Insel aus ins Wasser gesprungen und an Land geschwommen. Die Insel ist rund eine Autostunde von Oslo entfernt.

Infolge des Bombenanschlags in Oslo wurden im Regierungsviertel mehrere Gebäude verwüstet, darunter den Sitz von Ministerpräsident Stoltenberg. Der Regierungschef wurde jedoch nicht verletzt. "Die Situation ist sehr ernst", sagte der 52-jährige Sozialdemokrat in einem TV-Interview. Aus Sicherheitsgründen wurde sein Aufenthaltsort geheim gehalten. Stoltenberg kündigte eine entschlossene Reaktion der Behörden an. "Wir werden alle verfügbaren Kräfte einsetzen, um uns zu schützen", sagte er dem Fernsehsender TV2. Zugleich kündigte er eine Krisentreffen des Kabinetts an.