Vier Jahre nach den Mafiamorden von Duisburg ist der als Drahtzieher und Schütze angeklagte Giovanni Strangio zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Dies entschied ein Geschworenengericht im kalabrischen Locri. Die Richter folgten damit dem Antrag der Staatsanwaltschaft, die den 32-jährigen Süditaliener als Organisator der Bluttat und als einen von insgesamt drei Tätern überführt sah. Strangio selbst hatte sich immer als unschuldig bezeichnet.

Das im April vergangenen Jahres begonnene Verfahren gegen Strangio war eingebettet in einen Großprozess gegen 14 Mitglieder der kalabrischen 'Ndrangheta in San Luca. Sieben von ihnen wurden ebenfalls zu lebenslänglichen Haftstrafen verurteilt, für ihre Beteiligung an der Blutfehde von San Luca. Dieser Streit zwischen den beiden 'Ndrangheta-Familienclans Pelle-Vottari und Nirta-Strangio gilt auch als Hintergrund der Duisburger Bluttat.

Bei den Mafiamorden von Duisburg waren sechs Italiener vor der Pizzeria Da Bruno auf offener Straße erschossen worden. Die Tat alarmierte vor vier Jahren die deutschen Mafiafahnder. Sie hatten Deutschland zuvor eher als einen Rückzugsraum für Mafiakiller denn als Schauplatz für offene Gewalt gehalten.