Ihr erster und einziger Post hatte einen nachdenklichen Unterton: "Ich muss vom Glück reden, dass ich einmal ein Fußballstadion besuchen konnte, denn viele der iranischen Frauen und Mädchen durften in ihrem Leben nie ein Stadion betreten", schrieb Pegah Ahangarani in ihrem Weblog zur Frauen-Fußball-WM. Inzwischen ist der in deutsch und persisch gehaltene Blog aus dem Netz genommen worden, um die 27-Jährige zu schützen.

Die Schauspielerin ist in Iran mit ihren sozialkritischen Filmrollen bekannt geworden. Sie hat im Präsidentschaftswahl 2009 die oppositionellen Kandidaten Mohammed Chatami und Mir Hussein Mussawi unterstützt. Sie ist eine vielseitig interessierte junge Frau: Spielt Cello im Nationalorchester, fotografiert. Sie ist aber auch ein großer Fußballfan. Bisher schaffte sie es als Fan nur zu einem Stadionbesuch. Ein Spiel zwischen Real Madrid und Barcelona im Nou Camp Stadion. In Iran ist Frauen der Zugang zu Stadien nicht erlaubt.

Nur während der Präsidentschaftswahl 2009 ließ das Regime kurz mal seine Restriktionen außer Acht. Damals war Ahangarani im Stadion, um auf den Wahlveranstaltungen der Reformer ihre Solidarität mit den oppositionellen Herausforderern von Präsident Mahmud Ahmadineschad zu zeigen. "Während der Präsidentschaftswahlen gibt es oft solche Gelegenheiten. Dann kannst du Orte besuchen, deren Besuch im Normalfall dir als Frau nicht erlaubt ist, und auch Sachen tun, die eine Frau sonst nicht darf " schrieb Pegah Ahangarani in ihrem WM-Weblog.

Doch das war einmalig in 2009 der Fall. Umso mehr freute sich Pegah Ahangarani nun auf die Frauen-Fußball-Weltmeisterschaft. Die Deutsche Welle hatte sie eingeladen, nach Deutschland zu kommen und für die jungen Fußballfans in Iran zu bloggen. Die staatlich kontrollierten Medien Irans legen kaum Wert auf das Thema. Ahangarani steckte eigentlich gerade in den Vorbereitungen für eine Kinorolle – doch sie sagte sofort zu.

In Deutschland kam die 27-Jährige nie an. Am 3. Juli, dem Tag vor ihrer Abreise, wurde Pegah Ahangarani ein Ausreiseverbot auferlegt. Nahe Verwandte berichten, dass die Sicherheitsbehörde ihr mit Verhaftung und weiteren Schikanen gedroht hatte, falls sie doch nach Deutschland fliegen würde. Also verzichtete Pegah auf die Reise, und die Deutsche Welle zog das Weblog-Projekt zurück.

Die junge Frau schlief einige Nächte bei Verwandten, weil sie Angst hatte, in ihre Wohnung zurückzukehren. Ihre Freunde berichten, dass sie sich alleine nicht auf die Straße traute. Als sie dachte, dass ihr keine Gefahr mehr drohe, kehrte sie in ihre Wohnung zurück.