Der Kölner Weihbischof Rainer Maria Woelki wird Erzbischof von Berlin. Das teilte der Vatikan mit. Der 55-Jährige wird damit Nachfolger des verstorbenen Erzbischofs, Kardinal Georg Sterzinsky. Woelki wurde von Papst Benedikt XVI. auf Vorschlag des Berliner Domkapitels zum Oberhirten für rund 400.000 Katholiken in Berlin sowie Teilen von Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern ernannt.

Woelki gilt als enger Vertrauter des Kölner Erzbischofs, Kardinal Joachim Meisner, der von 1980 bis 1989 Berliner Erzbischof war. Der Theologe promovierte an der Römischen Universität vom Heiligen Kreuz über die Seelsorge. Die Universität gehört zur konservativen Laienorganisation Opus Dei.

Woelki wurde am 18. August 1956 in Köln geboren. Von 1978 bis 1983 studierte er in Bonn und Freiburg Philosophie und Theologie. 1985 wurde er zum Priester geweiht. Von 1990 bis 1987 war er Kaplan und Sekretär vom Kölner Erzbischof Meisner. 2003 wurde er zum Weihbischof ernannt. Im Erzbistum Köln ist er für Diakonie und Ökumene zuständig.

Eigentlich habe Woelki ein ganz normaler Pastor werden wollen, sagte der Berliner Dompropst Stefan Dybowski bei der Bekanntgabe des neuen Erzbischofs in der St.-Hedwigs-Kathedrale in Berlin. Trotz seiner Ämter, unter anderem in der Deutschen Bischofskonferenz, sei er ein normaler Pastor geblieben. "Wir freuen uns besonders, einen erfahrenen Seelsorger als Hirten an der Spitze unseres Erzbistums zu wissen", sagte Dybowski.

Der schwer zuckerkranke Sterzinsky war am Donnerstag im Alter von 75 Jahren gestorben. Als erster deutscher Bischof hatte er das Problem der so genannten illegalen Zuwanderer angeprangert und von der Politik Antworten gefordert.