Durch den Brand eines Spielcasinos in der nordmexikanischen Stadt Monterrey sind nach offiziellen Angaben mindestens 53 Menschen gestorben und mehrere weitere verletzt worden. Die Polizei vermutet einen Anschlag. Am Donnerstag Nachmittag seien sechs Männer in das Casino Bingo Royal eingedrungen, hätten auf Anwesende geschossen, mehrere Handgranaten gezündet und mit Benzin Feuer gelegt, sagte der Gouverneur des Bundesstaates Nuevo León, Rodrigo Medina, der Zeitung Milenio.

Die Feuerwehr benötigte fast vier Stunden, um das Feuer unter Kontrolle zu bekommen. Bis zum späten Abend holten Rettungskräfte Tote und Verletzte aus dem in Flammen stehenden Gebäude. Die von dem Feuer eingeschlossenen Gäste hätten nach Angaben von Zivilschutzchef Jorge Camacho nicht die Notausgänge genutzt, sie seien auf die Toiletten oder in Büros geflüchtet.

Berichten nach gab es bereits in der Vergangenheit Angriffe auf das 1.720 Quadratmeter große Casino Bingo Royal, weil die Eigentümer sogenannte Schutzgeldzahlungen verweigerten. Genaue Angaben über die Hintergründe der Tat gebe es aber noch nicht. Präsident Felipe Calderón verurteilte die Tat in einer Erklärung als einen "abscheulichen Akt des Terrors". Er versprach, alles zu tun, um die Schuldigen zu bestrafen und setzte Einheiten der Streitkräfte ein, um die örtlichen Sicherheitskräfte zu unterstützen.

Monterrey, Hauptstadt des Bundesstaates Nuevo Leon, ist das wichtigste Industriezentrum des nordamerikanischen Landes. Es galt bis vor wenigen Jahren als Mexikos sicherste Region. In vielen Gegenden des Landes herrscht ein gewaltsamer Drogenkrieg, der inzwischen auch hier angekommen ist. Allein im vergangenen Monat wurden in Monterrey mehr als 70 Menschen getötet. Wegen der zunehmenden Unsicherheit denken immer mehr Unternehmen daran, ihre Aktivitäten aus der Stadt in sicherere Regionen des Landes zu verlegen.