Bei einem Bombenanschlag auf das Gebäude der Vereinten Nationen (UN) in Nigerias Hauptstadt Abuja sind vermutlich mindestens 16 Menschen getötet und 60 verletzt worden. Es habe sich um einen Selbstmordanschlag gehandelt, teilte die nigerianische Polizei mit. Ein Mann war demnach gegen 11 Uhr Ortszeit mit einem Auto durch die Toreinfahrt des UN-Geländes gerast und hatte die Explosion ausgelöst. Zum Zeitpunkt des Anschlags hielten sich mehrere Hundert Personen in dem Gebäudekomplex auf.

Nach Angaben des britischen Senders BBC bekannte sich die islamistische Organisation Boko Haram zu der Tat. Bereits in der Vergangenheit hatte die Gruppe mehrere Terroranschläge in Nigeria verübt.

Das Erdgeschoss und der erste Stock des Gebäudes, in dem nach UN-Angaben 26 UN-Organisationen ihre Büros haben, wurden völlig verwüstet. Fast alle Fensterscheiben des Hauses waren zerborsten. Rettungskräfte waren dabei, Menschen zu bergen. Über dem Haus standen große dunkle Rauchwolken.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon verurteilt den Anschlag

In einer Ansprache verurteilte UN-Generalsekretär Ban Ki Moon den Anschlag. "Das war ein Angriff auf diejenigen, die ihr Leben der Hilfe für andere gewidmet haben", sagte Ban in New York. Er habe noch keine genauen Informationen über die Zahl der Opfer. "Aber sie ist offenbar erheblich."

Auch Bundeskanzlerin Merkel zeigte sich betroffen. Die Bundesregierung verurteilte den Anschlag. In einer Mitteilung an UN-Generalsekretär Ban Ki Moon schrieb Merkel: "Ein Anschlag auf die Vereinten Nationen ist immer auch ein Anschlag auf die internationale Staatengemeinschaft."



Nach ersten Erkenntnissen des Auswärtigen Amtes hat es bei dem Anschlag keine deutschen Opfer gegeben. "Wir haben bislang keine entsprechenden Hinweise", sagte eine Sprecherin des Außenministeriums. Man sammele zur Stunde weitere Informationen.