In einer neuen Serie von Brandanschlägen auf Autos haben es Unbekannte in Berlin vor allem auf den Westen der Stadt abgesehen. Allein in der vergangenen Nacht zündeten die Täter 14 Fahrzeuge direkt an, auf drei weitere griffen die Flammen über. Verletzt wurde niemand. Erst in der Nacht zuvor hatten 18 Autos gebrannt. Besonders betroffen waren die Stadtteile Charlottenburg, Spandau, Moabit und Friedrichshain.

Brandanschläge auf Autos gibt es in Berlin seit Jahren regelmäßig, immer wieder auch in Hamburg. Selten jedoch brannten so viele wie in diesen Tagen. Die Polizei und der Verfassungsschutz vermuten wie in der Vergangenheit, dass politische Motive hinter den jüngsten Angriffen stehen. Bisher konnten aber keine Täter gefasst werden.

In diesem Jahr zählte die Polizei bis Anfang August 80 Anschläge auf Autos mit politischem Hintergrund. Zu fassen bekam sie kaum einen der Täter. Kürzlich wurde einer zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Für Hinweise auf Täter ist inzwischen eine Belohnung ausgesetzt.

Anschläge mitten im Wahlkampf

Die neue Anschlagserie trifft Berlin mitten im Landtagswahlkampf. Innensenator Ehrhart Körting (SPD) sagte im RBB-Inforadio, er wisse nichts über die Täter. Bisher gingen die Behörden häufig von einem linksextremistischen Hintergrund aus, inzwischen gebe es aber auch Nachahmer.

Die Brandstreifen der Polizei seien verstärkt worden. Eine Sonderkommission einzurichten, lehnte Körting ab. CDU-Spitzenkandidat Frank Henkel hatte das gefordert. Das Landeskriminalamt habe eine eigene Abteilung, die sich mit Brandanschlägen befasse, entgegnete Körting. Das sei ausreichend.