Afewerkis Regierung verhindert derweil, dass abweichende Meinungen aus Eritrea in die Welt gelangen. Hilfsorganisationen mussten ihre Mitarbeiter größtenteils abziehen, Journalisten aus westlichen Ländern bekommen nur selten Visa. Auf der jährlich erscheinenden Rangliste der Pressefreiheit der Reporter ohne Grenzen belegt Eritrea seit Jahren den letzten Platz – noch hinter Nordkorea.

Offiziell gibt sich das Land als Präsidialrepublik, de facto ist es eine Diktatur. Seit 1994 ist Afewerki an der Macht, frei gewählt wurde noch nie. In den eritreischen Gefängnissen seien Folter und willkürliche Exekutionen an der Tagesordnung, berichten Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International . Die UN bezeichnete Eritrea als eines der repressivsten Länder der Welt.

Das Regime verhindert nicht nur aktiv, dass der Not leidenden Bevölkerung geholfen wird, es verschlimmert darüber hinaus auch die Situation in Somalia. Denn schon lange unterstützt es alles, was dem verhassten Nachbarn Äthiopien irgendwie schaden könnte –  beispielsweise die Al-Shabaab-Milizen, die in Somalia einst die äthiopischen Truppen und nun die Regierung in Mogadischu bekämpfte. Laut UN werden die Islamisten auch von Afewerkis Regierung finanziert.

Schon 2009 verhängte der UN-Sicherheitsrat deswegen Sanktionen gegen das Land. Beeindruckt hat dies das Regime nicht. Nach wie vor leistet sich das bitterarme Land eine der größten Armeen Afrikas. Rund 200.000 Soldaten, oft Jugendliche, hält es unter Waffen. Für Hungernde bleibt da nicht viel Geld übrig.