US-Präsident Barack Obama sieht kurz vor dem zehnten Jahrestag der Anschläge vom 11. September 2001 die größte Terrorgefahr in radikalen Einzeltätern. Nicht in einem spektakulären Angriff des Terrornetzwerks al-Qaida, vielmehr Aktionen von Einzelgängern wie dem Attentäter von Oslo seien zu befürchten, sagte er dem TV-Sender CNN.

Das wahrscheinlichste Szenario, auf das die USA achten müssten, sei mehr "die Aktion eines einsamen Wolfes als das eines massiven, gut koordinierten Terrorangriffs", sagte er. Solche Einzeltäter seien besonders schwer aufzuspüren. "Wir müssen immer wachsam sein", besonders zum Jubiläum der Terrorattacken.

Zugleich kündigte Obama im Vorfeld des Jahrestags erhöhte Sicherheitsvorkehrungen an.

Im Kampf gegen al-Qaida seien große Fortschritte gemacht worden. US-Spezialkräfte hatten den Chef des Netzwerkes, Osama bin Laden, im Mai in Pakistan getötet. Al-Qaida sei heute viel schwächer als noch vor zwei, drei Jahren, sagte Obama.

Im Regierungsviertel von Oslo hatte der rechtsextreme Einzeltäter Anders Breivik vor vier Wochen eine Bombe gezündet und anschließend auf der Insel Utøya auf Teilnehmer eines Jugendlagers der regierenden Arbeiterpartei geschossen. Dabei starben insgesamt 77 Menschen.