Trotz der internationalen Hilfsbemühungen vergrößert sich die Hungersnot in Somalia. Die Vereinten Nationen erklärten drei weitere Regionen zu Hungergebieten. Es sei wahrscheinlich, dass sich die Katastrophe in den nächsten sechs Wochen auf den ganzen Süden des Landes ausweite und dort auch bis zum Ende des Jahres dauere, teilte die zuständige UN-Hilfsorganisation mit. Die internationale Hilfe sei bislang unzureichend, weil sie nicht in allen Regionen vordringen dürfe. Zudem gebe es logistische Probleme und einen Mangel an Geld.

Die UN richteten eine Luftbrücke ein. Erschwert wird die Arbeit der Helfer, weil die radikal-islamische Al-Shabaab-Miliz in ihrem Einflussbereich die internationalen Organisationen nicht zulässt.

 Hell abgebildet sind die bedrohten, dunkel die bereits betroffenen Regionen.

 Etwa 3,6 Millionen Menschen sind von der Hungerkatastrophe betroffen – etwa die Hälfte der Bevölkerung. Auch in Teilen Kenias und Äthiopiens ist die Hungersnot groß. Insgesamt fehlt etwa zwölf Millionen Menschen am Horn von Afrika ausreichend Nahrung.

Aufbau von Nahrungsreserven gefordert

Um in Zukunft die Gefahr derartiger Hungerkatastrophen zu verringern, sollen die afrikanischen Regierungen und die internationale Gemeinschaft nach dem Willen des World-Food-Programms (WFP) mehr in Nahrungsreserven und Wassermanagement investieren. 

Äthiopien habe bereits in den vergangenen Jahren damit begonnen, sagte der neue Direktor des Welternährungsprogramms in Äthiopien (WFP), Abdou Dieng. "Es gibt Nahrungsreserven im Land, aber sie sind mittlerweile fast aufgebraucht", warnte er. Dennoch erwartet Dieng nicht, dass in Äthiopien oder Kenia in absehbarer Zeit offiziell eine Hungersnot ausgerufen werden muss. In Somalia werde sich die Situation aber voraussichtlich weiter verschlimmern.