Bei einem Doppelanschlag auf das Haus eines Generals der pakistanischen Grenztruppen sind im Südwesten Pakistans mindestens 22 Menschen getötet worden. Mehr als 80 Menschen wurden laut Polizei verletzt, darunter sei auch Brigadegeneral Farrukh Shehzad. Die Ehefrau des Offiziers wurde den Angaben zufolge bei dem Anschlag getötet.

Einer der Täter habe sich vor dem Anwesen des Generals in einem Auto in die Luft gesprengt und dabei ein Loch in die Schutzmauer gerissen, sagte ein Polizeioffizier. Anschließend sei ein weiterer Attentäter durch die Öffnung in das Haus eingedrungen. Dort habe er zunächst mehrere Handgranaten geworfen und dann einen am Körper befestigten Sprengsatz gezündet. 

Von der Explosion fingen mehrere Fahrzeuge und Motorräder der Grenztruppen Feuer. Auch eine nahe gelegene Moschee und mehrere Wohnungen wurden durch die Wucht der Explosionen schwer beschädigt.

Anschlag sei Rache für die Verhaftung eines Al-Qaida-Mitglieds

Die Taliban bekannten sich zu den Anschlägen. Die Tat sei die Rache für die Verhaftung des ranghohen Al-Qaida-Mitgliedes Junis el Mauretani, sagte ein Taliban-Sprecher. Zwei Tage zuvor hatte die Grenztruppe verkündet, Mauretani und zwei weitere Angehörige des Netzwerks festgenommen zu haben. Nach Angaben der pakistanischen Armee soll Mauretani auf Geheiß des mittlerweile getöteten Al-Qaida-Führers Osama bin Laden Anschläge in den USA, in Europa und Australien geplant haben. General Shehzad war nach pakistanischen Angaben an dem Einsatz beteiligt gewesen.

Quetta ist die Hauptstadt der an Iran und Afghanistan grenzenden Provinz Baluchistan. Dort hat die Gewalt in den vergangenen Jahren stark zugenommen. In der Provinz kämpfen seit langem ethnische Gruppen gegen die Zentralregierung in Islamabad. Die Region gilt als Rückzugsgebiet der Taliban.