Der ehemalige Verteidigungs- und Finanzminister Hans Apel (SPD) ist tot. Das teilte Verteidigungsminister Thomas de Maizière im Bundestag mit. Apel sei mit 79 Jahren am vergangenen Dienstag nach einer zweijährigen Krankheit gestorben. Spiegel Online schrieb, dass Apels Familie bei seinem Tod in einer Klinik in Hamburg anwesend war.

Bundestagspräsident Norbert Lammert würdigte Hans Apel als "herausragenden Politiker und leidenschaftlichen Parlamentarier". Apel habe "maßgeblich an wichtigen Weichenstellungen in der Geschichte der Bundesrepublik mitgewirkt".

Unter Helmut Schmidt war Apel zuerst von 1974 bis 1978 Finanzminister und hielt dann bis 1982 den Posten des Verteidigungsministers. Anfang der achtziger Jahre geriet Apel in die innerparteiliche Kritik, als er den Nachrüstungsbeschluss der Nato verteidigte. 1985 trat er als Spitzenkandidat in Berlin an, verlor aber gegen Klaus Diepgen von der CDU. Für Hamburg war Apel 25 Jahre als Bundestagsabgeordneter tätig, 1990 schied er aus dem Parlament aus.

Innerparteilich gehörte Apel zum eher rechten Flügel der SPD. 1988 wurde Apel nicht wieder in den Parteivorstand, dem er zuvor seit 1970 angehört hatte, gewählt. Daraufhin verzichtete er auf sämtliche Parteiämter. 1991 und 1994 veröffentlichte er die Bücher Die deformierte Demokratie und Der kranke Koloß. Im zweiten Buch kritisierte er die damalige Europäische Gemeinschaft als "eine teure Illusion".

Apel lebte zuletzt mit seiner Frau in Hamburg. Er hatte mit ihr zwei Töchter.