Wegen eines Unwetters ist am Sonntag ein Intercity-Zug der Deutschen Bahn mit insgesamt 800 Reisenden im Rheintal bei Sankt Goar entgleist. Der Lokführer erlitt einen Beinbruch und weitere schwere Verletzungen. Er wurde mit einem Hubschrauber ins Krankenhaus gebracht, teilte ein Polizeisprecher mit. Zehn Passagiere und vier Zugbegleiter wurden leicht verletzt.

Angaben der Polizei zufolge entgleisten die Lokomotive und vier weitere Wagen, weil Geröll auf der linksrheinischen Strecke lag. Starker Regen habe an einem Felshang des engen Rheintals einen Erdrutsch ausgelöst. Der Intercity sei aber nicht umgekippt. Die Fahrgäste seien in eine Veranstaltungshalle in Sankt Goar gebracht worden, wo sie betreut wurden und auf ihre Weiterreise warteten. Alle Rettungskräfte in der Region seien im Einsatz. Die Strecke wurde nach Angaben der Deutschen Bahn gesperrt, Züge wurden auf die rechte Rheinseite umgeleitet. Die Strecke bleibe voraussichtlich wenigstens die kommenden zwei Tage gesperrt, sagte der Sprecher der Bundespolizei. Der IC müsse nun von Spezialisten wieder ins Gleisbett gehoben werden.

Der Zug war Angaben der Bahn zufolge von Hamburg nach Stuttgart unterwegs. Die linksrheinischen Gleise im Rhein-Hunsrück-Kreis zählen zu den meistbefahrenen Bahnstrecken Deutschlands. In der Gegend gab es Gewitter und starker Regen. Für den Nachmittag warnte der Deutsche Wetterdienst vor Gewitter, Sturmböen, starkem Regen und Hagel. Die Warnungen galten zunächst für Teile von Rheinland-Pfalz und Hessen.