Die beiden in Berlin unter Terrorverdacht festgenommenen Männer könnten schon am Samstag wieder auf freiem Fuß sein. Wie der Tagesspiegel berichtet, gründet sich der Verdacht gegen sie bisher nur auf die in einer ihrer Wohnungen gefundenen Chemikalien. Deswegen sei es fraglich, ob ein Haftbefehl erwirkt werden könne.

Die Verdächtigen waren am Donnerstagmorgen im Stadtteil Wedding festgenommen worden, 220 Beamte waren an dem Einsatz beteiligt. Die Männer wurden seit Wochen observiert. Zwei Betrieben in Berlin und Baden-Württemberg waren ihre Bestellungen von Chemikalien in großer Menge aufgefallen. "Damit hätten sie einen Sprengsatz von erheblicher Sprengwirkung herstellen können", sagte ein Polizeisprecher. Für die Ermittlungen wurde eine Gruppe namens "Regenschauer" gegründet.

Wie der Tagesspiegel berichtet, schlugen Polizei und Staatsanwaltschaft jetzt zu, weil sie nicht ausschließen konnten, dass der als hitzköpfiger Islamist geltende Samir M. und sein Freund Hanni N. in Kürze einen Anschlag ausführen wollten. Sie gehören nach bisherigen Erkenntnissen vermutlich keiner internationalen Terrorgruppe an. Der Berliner Oberstaatsanwalt Ralph Knispel sagte, bislang wisse man nichts von einem konkret geplanten Anschlag oder einem konkreten Ziel.

Der Fall bleibt vorerst in den Händen der Berliner Behörden. Die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe ermittele nur bei schwerwiegenden staatsgefährdenden Straftaten von besonderer Bedeutung: "Dafür gibt es keine zureichenden tatsächlichen Anhaltspunkte", sagte ein Sprecher.