Im US-Bundesstaat Texas breiten sich zahlreiche Brände aus. Nach Auskunft von Gouverneur Rick Perry zerstörten mehr als 50 Feuer rund 1.000 Häuser. "Es ist noch immer eine sehr gefährliche und unklare Situation."

Aufgrund starker Winde und großer Trockenheit sind in dem US-Bundesstaat seit November mehr als 1,5 Millionen Hektar Wald und Busch verbrannt. Der Schaden für die Landwirtschaft durch die anhaltende Trockenheit wird auf über fünf Milliarden Dollar geschätzt.

Am Sonntag waren im Osten von Texas eine 20-jährige Frau und ihr Kind gestorben. Helfer vermuten, dass sie einem sich rasend schnell ausbreitendem Brand zum Opfer fielen, nachdem sie nicht schnell genug aus ihrem Wohnwagen fliehen konnten.

Das größte Feuer brennt nach Behördenangaben in der rund 50 Kilometer östlich von Austin gelegenen Gemeinde Bastrop County. Allein dort wurden nach Behördenangaben bereits mindestens 500 Häuser zerstört.

"Wir kämpfen derzeit nicht gegen den Brand, sondern bringen einfach nur die Leute in Sicherheit", sagte ein Feuerwehrmann. In Bastrop allein waren mehr als 250 Feuerwehrleute im Einsatz. Löschflugzeuge und -hubschrauber warfen Wasser ab. Weil viele Flüsse und Seen ausgetrocknet waren, war es jedoch schwierig, die Tanks aufzufüllen.

US-Präsidentschaftskandidat unterbricht Wahlkampf

Die Behörden schlossen Brandstiftung als Ursache aus und sprachen von einer "Naturkatastrophe", die durch Dürre und den Tropensturm "Lee" ausgelöst wurde. "Das ist eine große Naturkatastrophe", sagte ein Vertreter der Forstbehörde einer örtlichen Zeitung.

Gouverneur Perry, der als einer der aussichtsreichsten republikanischen Bewerber für die Präsidentschaftskandidatur gilt, kehrte von einer Wahlkampfreise in South Carolina nach Texas zurück. "Wir werden die Teile wieder aufsammeln, wir werden es wieder aufbauen", sagte er kurz nach seiner Rückkehr in seinen Heimatstaat.

Die texanische Forstbehörde befürchtet, dass sich die Lage noch verschlimmern könnte. Die Brände würden aufgrund kalter Luft weiter aufflackern. Für die kommenden Tage haben die Meteorologen einen Kältesturz vorhergesagt.