Ein marokkanisches Gericht hat den Hauptangeklagten im Prozess um das Attentat von Marrakesch zum Tode verurteilt. Das Gericht in Salé bei Rabat verhängte die Höchststrafe gegen den Marokkaner Adil al-Atmani, sein Komplize Hakim Dah erhielt lebenslange Haft. Es entsprach damit der Forderung der Staatsanwaltschaft. Vier weitere der insgesamt neun Angeklagten müssen für jeweils vier Jahre ins Gefängnis, die anderen drei für jeweils zwei Jahre.

Die Angeklagten sollen den Anschlag vom 28. April geplant und ausgeführt haben. In dem beliebten Touristencafé Argana im Zentrum von Marrakesch waren Rucksäcke mit Sprengsätzen deponiert und später per Handy gezündet worden. Dabei wurden 17 Menschen getötet, unter ihnen acht Franzosen und drei Schweizer.

Vor der Urteilsverkündung hatten sich die Angeklagten für nicht schuldig erklärt. Der Hauptangeklagte Adil al-Atmani sagte: "Ich habe keinerlei Verbindung zu dem Attentat. Ich bin unschuldig." Bereits im Verlauf des Prozesses hatte er alle Anklagepunkte zurückgewiesen. Unmittelbar nach seiner Festnahme hatte al-Atmani ein Geständnis abgelegt, es aber später widerrufen. Obwohl es die Todesstrafe laut Verfassung in Marokko formell noch gibt, wurde sie seit 1992 nicht mehr vollstreckt. In der erst im Juli verabschiedeten neuen Verfassung des Landes wird erstmals "das Recht auf Leben" festgehalten.

Bei dem Attentat handelte es sich um das schwerste Attentat in Marokko seit dem Jahr 2003, als bei einer Anschlagsserie auf westliche und jüdische Einrichtungen in Casablanca zwölf Selbstmordattentäter 33 Menschen töteten.