Die Auto-Brandserie in Berlin ist ihrer Aufklärung ein Stück näher: Ein 27 Jahre alter Mann hat gestanden, in Berlin mehr als 100 Fahrzeuge angezündet oder beschädigt zu haben. Ermittler in der Bundeshauptstadt hatten ihn zuvor festgenommen. Er soll in den Monaten Juni bis August vor allem in den Bezirken Spandau, Mitte und Charlottenburg Autos gezündelt haben. 67 Autos entflammte er direkt, 35 weitere Autos wurden durch den Brand in Mitleidenschaft gezogen.

Berlins LKA-Chef Christian Steiof sprach von einem "sensationellen Erfolg". Es sei in den vergangenen Monaten mit einem extrem hohen Aufwand gefahndet worden. "Ohne Unterstützung von außen, von der Bundespolizei, wäre das in dieser Form nicht möglich gewesen." Seit dem Höhepunkt der Brandstiftungen in diesem Sommer, als das Thema auch den Berliner Wahlkampf bestimmte, nimmt die Berliner Polizei die Hilfe der Bundespolizei in Anspruch. Seitdem gibt es mehr Erfolge.

Seit Monaten brennen in der Hauptstadt fast jede Nacht Autos. Seit Jahresbeginn wurden in Berlin mehr als 550 Fahrzeuge durch Flammen beschädigt. Etwa die Hälfte der Brandstiftungen ist nach Erkenntnissen der Polizei politisch motiviert. Die andere Hälfte geht auf das Konto von Trittbrettfahrern.

Dem jetzt geständigen Täter kam die Polizei durch die Auswertung von Videofilmen aus einer U-Bahn oder einem Bus auf die Spur. Er fiel auf, weil er vor einigen Taten in die dortige Gegend fuhr und sich auffällig benahm. Direkt nach den Taten machte er sich wieder auf den Rückweg. Die Polizei habe ihn später zufällig identifizieren können und den Verdacht weiter verfolgt. Angesichts vieler Indizien habe der Mann am Freitag nach und nach die Taten gestanden, hieß es.

Weil bei einem Brandanschlag ein Haus beschädigt wurde und ein weiteres Mal ein Altenheim direkt neben einem brennenden Auto stand und so Menschen gefährdet wurden, lautet der Haftbefehl auf den Vorwurf der schweren Brandstiftung.

Auch durch die Aufmerksamkeit von Anwohnern konnten in den vergangenen Monaten Brandstifter festgenommen werden. Allerdings mussten Tatverdächtige auch immer wieder freigelassen werden. Auch vor Gericht wurden Angeklagte in diesem Jahr aus Mangel an Beweisen freigesprochen.