Mehr als zehn Monate nach dem tödlichen Schuss auf einen Kameraden in Afghanistan ist ein früherer Bundeswehrsoldat zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren auf Bewährung verurteilt worden. Das Landgericht Gera legte dem 21-Jährigen fahrlässige Tötung und Ungehorsam in besonders schwerem Fall zur Last.

Der junge Mann habe die Waffe in Richtung seines Kameraden gehalten und bewusst den Abzugshebel betätigt, sagte der Vorsitzende Richter Martin Giebel. Er sei aber davon ausgegangen, dass die Pistole nicht geladen war. Der Angeklagte habe gegen die grundlegende Regel verstoßen, die Waffe nie auf einen Kameraden zu richten. Der Vorfall in einem Feldlager in der afghanischen Provinz Baghlan hatte im vergangenen Dezember auch den Weihnachtsbesuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) überschattet.

Der Verteidiger des Angeklagten bestätigte, dass der Soldat versehentlich eine geladene Waffe in Richtung eines  Kameraden gehalten und abgedrückt habe. Nach Auffassung der Verteidigung seien zu diesem Zeitpunkt jedoch die Kontrollen durch Vorgesetzte und die Ausbildung der Soldaten im Feldlager nicht ausreichend gewesen. Der Angeklagte selbst machte im Prozess technische Probleme seiner Waffe für das Unglück verantwortlich. Dies wurde allerdings von einem Waffensachverständigen als nicht plausibel zurückgewiesen.