Der als "Unterhosenbomber" bekannt gewordene Angeklagte Umar Farouk Abdulmutallab hat sich vor einem US-Gericht in allen Anklagepunkten für schuldig bekannt. Der Nigerianer steht seit Dienstag wegen hundertfach versuchten Mordes vor Gericht.

Laut Anklage versuchte er am Weihnachtstag 2009, auf dem Flug von Amsterdam nach Detroit kurz vor der Landung einen Sprengsatz zu zünden. Die Bombe zündete jedoch nicht, es brach lediglich ein kleines Feuer aus. Passagiere überwältigten den Mann. Die Bombe hatte Abdulmutallab unentdeckt in seiner Unterhose ins Flugzeug geschmuggelt. An Bord der Maschine hatten sich fast 300 Menschen befunden. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, im Auftrag des Terrornetzwerks al-Qaida gehandelt zu haben.

Vor Gericht sagte Abdulmutallab, er sei zwar nach US-Recht schuldig, aber nach islamischem Recht träfe ihn keine Schuld. Gegen die USA in einen heiligen Krieg zu ziehen, sei eine der tugendhaftesten Handlungen für einen Muslim, sagte er und kündigte weitere Terrorattacken an.

"Seine Mission, sein Ziel, sein einziger Grund für seine Anwesenheit auf Flug 253 war, diesen in die Luft zu sprengen", sagte Staatsanwalt Jonathan Tukel während der Verhandlung.

Tukel hatte den Geschworenen auch Ausschnitte eines Märtyrer-Videos gezeigt, das Abdulmutallab angeblich vor dem versuchten Anschlag im Jemen aufgenommen haben soll. Der Nigerianer soll mit dem radikalen Prediger Anwar Al-Awlaqi in Kontakt gestanden haben, der als führender Kopf von al-Qaida auf der arabischen Halbinsel galt und Ende September bei einem US-Drohnenangriff im Jemen getötet worden war. Der Staatsanwaltschaft zufolge verleiteten Al-Awlaqis Internetvideos Abdulmutallab dazu, sein Studium abzubrechen und sich dem "gewalttätigen Dschihad" anzuschließen.

Bei einem Schuldspruch droht dem Angeklagten Abdulmutallab lebenslange Haft.