Ein Gericht in Los Angeles hat Conrad Murray, den früheren Leibarzt von Michael Jackson, wegen der fahrlässigen Tötung des US-Popstars zu vier Jahren Gefängnis verurteilt.

Richter Michael Pastor fand harte Worte für Murray. Er habe seine ärztlichen Pflichten andauernd verletzt, er habe gelogen und betrogen. Er habe keinerlei Reue gezeigt und sogar dem gestorbenen Patienten eine Mitschuld gegeben. Die Mutter des Sängers und mehrere Geschwister waren zugegen, als der Richter seine Entscheidung verkündete. Murray war Anfang November nach einem sechswöchigen Prozess von einer Jury schuldig gesprochen worden.

Staatsanwalt David Walgren hatte in der Anhörung vor Gericht die Höchststrafe gefordert, weil Murray nach seinen Worten "grob fahrlässig" viele Fehler gemacht und seinen Patienten vernachlässigt habe und außerdem seine Taten nach dem Tod des Popstars zu vertuschen versucht habe. Walgren zufolge spielte Murray mit Jacksons Leben "russisches Roulette", indem er ihm täglich das starke Narkosemittel Propofol spritzte. Jackson war im Juni 2009 an einer Überdosis des Betäubungsmittels gestorben.

Murray selbst ergriff nicht das Wort, um den Richter um eine milde Strafe zu bitten. Auch während des Prozesses hatte er geschwiegen. Sein Anwalt Ed Chernoff stellte Jackson als reichen und mächtigen Patienten dar, der den Arzt ständig um Medikamente angebettelt habe.

Murrays Anwälte hatten vergeblich argumentiert, dass sich Jackson die tödliche Dosis selbst verabreicht haben könnte. Nach dem Schuldspruch hatte die Verteidigung dann eine Bewährungsstrafe für den Mediziner gefordert, dem mit dem Entzug seiner ärztlichen Zulassung bereits der Verlust der beruflichen Existenzgrundlage drohe.

Rechtsexperten gehen davon aus, dass der Mediziner nur einen Teil der Zeit hinter Gittern verbringen muss. Weil die Haftanstalten in Kalifornien überfüllt sind, werden viele Insassen, die keine Vorstrafen haben, vorzeitig entlassen. Murray, der als Arzt zuvor nie straffällig wurde, könnte später auch unter Hausarrest kommen.